in 18 Monaten durch die Bibel

2. Chronik 15–17 zeigt einen sehr schönen geistlichen Weg: Umkehr und Erneuerung unter Asa (Kap. 15), anschließend aber auch die Gefahr menschlicher Selbstsicherheit (Kap. 16), und schließlich Joschafat, der Gottes Wort wieder ins Zentrum stellt (Kap. 17).

Im Blick auf das Erlösungswerk Jesu lässt sich eine klare Linie erkennen:

Gott sucht den Menschen → der Mensch kehrt um → falsche Götter werden beseitigt → Gemeinschaft mit Gott wird erneuert → menschliche Kraft versagt → Gottes Wort muss wieder Mittelpunkt werden.

1. „Der HERR ist mit euch, wenn ihr mit ihm seid“ – 2. Chronik 15,2

Der Geist Gottes kommt über Asarja, und er sagt Asa:

Wenn ihr den HERRN sucht, wird er sich von euch finden lassen.

Das ist zunächst eine Bundesbotschaft an Juda. Gleichzeitig zeigt sie ein Grundprinzip: Gemeinschaft mit Gott ist das eigentliche Leben des Menschen.

Die Sünde hat genau diese Gemeinschaft zerstört.

Das Erlösungswerk Jesu stellt sie wieder her:

„Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe.“ (Petrus 3,18)

Das Ziel des Kreuzes ist also nicht nur Vergebung.

Jesus bringt uns zurück zu Gott.

2. Eine Zeit „ohne den wahren Gott“ – 2. Chronik 15,3

Asarja erinnert an eine Zeit, in der Israel

  • ohne den wahren Gott,
  • ohne lehrenden Priester
  • und ohne Gesetz war.

Das beschreibt geistliche Orientierungslosigkeit.

Es erinnert an den Zustand des Menschen ohne Christus:

„ohne Christus … ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt.“ (Epheser 2,12)

Das Erlösungswerk verändert diesen Zustand

Durch Christus bekommen wir

  • Zugang zu Gott,
  • Wahrheit,
  • einen ewigen Hohenpriester,
  • Hoffnung.

Was Juda zeitweise fehlte, finden wir vollkommen in Jesus.

3. „In ihrer Bedrängnis kehrten sie um“

Dann heißt es:

In ihrer Bedrängnis suchten sie den HERRN, und er ließ sich von ihnen finden.

Das ist ein starkes Bild der Umkehr.

Not macht nicht automatisch gläubig. Aber sie kann dazu führen, dass der Mensch erkennt:

Ich brauche Rettung außerhalb meiner selbst.

Das entspricht dem Evangelium.

Der verlorene Sohn kommt zur Einsicht und kehrt zum Vater zurück.

Doch der entscheidende Punkt ist:

Gott lässt sich finden.

Das Heil beginnt bei seiner Gnade.

4. Asa hört Gottes Wort – und beginnt aufzuräumen

Als Asa die prophetische Botschaft hört, bekommt er Mut.

Danach beseitigt er

  • die Gräuel,
  • die Götzen
  • und erneuert den Altar des HERRN.

Das ist eine schöne Reihenfolge:

Gottes Wort → Ermutigung → Umkehr → Veränderung.

Auch das Evangelium wirkt so.

Wir ändern unser Leben nicht, damit Gott uns erlöst.

Gottes Gnade erreicht uns und beginnt danach, unser Leben zu verändern.

„Denn die Gnade Gottes … unterweist uns, damit wir … besonnen und gerecht und gottselig leben.“ (Titus 2,11–12)

5. Der Altar wird erneuert

Besonders bedeutsam ist, dass Asa den Altar des HERRN erneuert.

Der Altar ist der Ort des Opfers.

Damit wird deutlich:

Die Rückkehr zu Gott führt zurück zum Opfer.

Im Neuen Testament führt jede echte Rückkehr zu Gott letztlich zum Kreuz.

Denn ohne das Opfer Christi gibt es keine Versöhnung.

„Wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen.“ (Epheser 1,7)

Asa erneuert einen steinernen Altar.

Christus bringt das endgültige Opfer.

6. Das Volk versammelt sich

Menschen aus verschiedenen Stämmen kommen nach Jerusalem, weil sie erkennen:

Der HERR ist mit Juda.

Hier sehen wir wieder ein Motiv, das sich durch die Heilsgeschichte zieht:

Gott sammelt.

Sünde zerstreut.

Gnade sammelt.

Jesus stirbt nicht nur für einzelne Menschen, sondern

„um die zerstreuten Kinder Gottes in eins zu versammeln.“ (Johannes 11,52)

Das Kreuz schafft ein neues Volk Gottes.

7. Sie treten in einen Bund ein – 2. Chronik 15,12

Das Volk verpflichtet sich,

den HERRN mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu suchen.

Das erinnert an den Bundesgedanken.

Aber gerade hier zeigt sich die Begrenzung des Alten Bundes:

Der Mensch verspricht:

Wir werden treu sein.

Doch die weitere Geschichte zeigt:

Sie schaffen es nicht dauerhaft.

Deshalb brauchen wir den neuen Bund.

Beim Abendmahl sagt Jesus:

„Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut.“

Der neue Bund beruht nicht auf der Vollkommenheit unserer Treue, sondern auf dem vollkommenen Opfer Jesu.

8. Freude über die Rückkehr zu Gott

2. Chronik 15 beschreibt große Freude.

    Sie hatten Gott mit ganzem Herzen gesucht,

    und er ließ sich von ihnen finden.

    Das ist eine wichtige Erlösungswahrheit:

    Erlösung führt nicht nur zu Vergebung, sondern zu Freude.

    Wie beim verlorenen Sohn:

    Der Vater feiert, weil der Tote wieder lebendig geworden ist.

    Gottes Ziel ist wiederhergestellte Gemeinschaft.

    9. Asa entfernt sogar Maaka

    Asa geht so weit, dass er seine eigene Großmutter Maaka aus ihrer Stellung entfernt, weil sie ein Götzenbild angefertigt hatte.

    Das zeigt: Treue zu Gott muss manchmal näher gehen als familiäre Bindungen.

    Jesus sagt:

    „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.“

    Das Erlösungswerk bringt uns unter eine neue höchste Loyalität: Christus zuerst.

    10. Aber die Höhen bleiben

    Trotz allem heißt es:

    Die Höhen wichen nicht aus Israel.

    Wieder sehen wir: Asas Reform bleibt unvollkommen.

    Er kann vieles beseitigen.

    Aber nicht alles.

    Das weist erneut auf Christus.

    Jesus führt keine halbe Erlösung aus.

    Sein Werk ist vollkommen.

    „Es ist vollbracht.“ (Johannes 19,30)

    11. Kapitel 16: Asa beginnt plötzlich auf Menschen zu vertrauen

    Hier kommt der große Bruch.

    Bascha bedroht Juda.

    Doch diesmal ruft Asa nicht zuerst zu Gott.

    Er nimmt Silber und Gold aus dem Tempel und schickt es Ben-Hadad, dem König von Aram.

    Das ist tragisch.

    Der Mann, der früher sagte:

    „Wir stützen uns auf dich“

    beginnt nun, sich auf politische Macht zu stützen.

    Das ist eine sehr ernste geistliche Lektion.

    12. Das Problem: Vertrauen auf menschliche Hilfe

    Der Prophet Hanani sagt Asa sinngemäß:

    Weil du dich auf den König von Aram gestützt hast und nicht auf den HERRN …

    Hier sehen wir einen direkten Gegensatz zum Evangelium.

    Erlösung bedeutet:

    Ich verlasse mich nicht auf menschliche Möglichkeiten, sondern auf Gottes Werk.

    Paulus schreibt:

    „Wir rühmen uns in Christus Jesus und vertrauen nicht auf Fleisch.“ (Philipper 3,3)

    Das Kreuz nimmt dem Menschen jeden Grund zum Selbstruhm.

    13. „Die Augen des HERRN durchlaufen die ganze Erde“ – 2. Chronik 16,9

    Eine der bekanntesten Aussagen:

    Gottes Augen durchlaufen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.

    Der Punkt ist:

    Gott sucht nicht unsere Stärke. Er sucht Vertrauen.

    Das passt wunderbar zur Erlösung.

    Gott rettet nicht diejenigen, die stark genug sind.

    Er rettet diejenigen, die sich ihm anvertrauen.

    14. Asa reagiert auf die Zurechtweisung mit Härte

    Leider demütigt Asa sich diesmal nicht.

    Er wird zornig,

    setzt den Propheten ins Gefängnis

    und bedrückt Menschen aus dem Volk.

    Das zeigt: Ein guter Anfang garantiert kein gutes Ende.

    Und erneut erkennen wir:

    Asa kann nicht der endgültige König sein.

    Wir brauchen einen König,

    der bis zum Ende treu bleibt.

    Jesus ist

    „gehorsam geworden bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz.“ (Philipper 2,8)

    15. Asa wird krank – und sucht selbst dann nicht den HERRN

    Am Ende seines Lebens wird Asa schwer krank.

    Dabei heißt es ausdrücklich, dass er in seiner Krankheit nicht den HERRN suchte, sondern die Ärzte.

    Das Problem sind nicht die Ärzte an sich.

    Das Problem ist:

    Er sucht Hilfe ohne Gott.

    Das Herz, das sich früher auf Gott gestützt hatte, verlässt sich zunehmend auf menschliche Mittel.

    Auch hier führt der Text zum Evangelium: Unsere tiefste Krankheit – die Sünde – kann kein Mensch heilen.

    Jesus sagt:

    „Nicht die Starken brauchen einen Arzt, sondern die Kranken.“

    Christus ist der Arzt für die Krankheit der Sünde.

    16. Kapitel 17: Joschafat sucht den Gott seines Vaters

    Mit Joschafat beginnt eine neue Phase.

    Von ihm heißt es: 

    Er suchte den Gott seines Vaters.

    Er läuft nicht den Baalen nach.

    Wieder sehen wir: Das Herz des Königs bestimmt die geistliche Richtung des Volkes.

    Das weist auf Christus als unseren König.

    Unter seiner Herrschaft werden Menschen zurück zu Gott geführt.

    17. Joschafat entfernt die Höhen und Ascherim

    Er beseitigt falsche Anbetung.

    Damit zeigt sich erneut:

    Wahre Hinwendung zu Gott führt zur Abkehr von Götzen.

    Im Neuen Testament heißt es:

    „Ihr habt euch von den Götzen zu Gott bekehrt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen.“ ()Thessalonicher 1,9

    Erlösung ist immer auch ein Herrschaftswechsel.

    18. Gottes Wort wird im ganzen Land gelehrt

    Für mich ist das einer der wichtigsten Punkte in Kapitel 17.

    Joschafat sendet

    • Fürsten,
    • Leviten
    • und Priester

    durch das Land.

    Sie haben

    „das Buch des Gesetzes des HERRN“

    bei sich und lehren das Volk.

    Das ist bemerkenswert:

    Er verändert das Volk nicht nur durch Verbote.

    Er bringt ihm Gottes Wort.

    Christus ist das lebendige Wort

    Hier führt die Linie wunderschön zu Jesus.

    Johannes sagt:

    „Das Wort wurde Fleisch.“

    Joschafat sendet Lehrer mit dem Buch.

    Gott sendet schließlich seinen Sohn.

    Jesus bringt uns nicht nur Informationen über Gott.

    Er offenbart uns Gott selbst.

    19. Das Wort bringt Ordnung und Frieden

    Nachdem Gottes Wort gelehrt wird, kommt Furcht des HERRN über die umliegenden Völker.

    Juda erhält Ruhe.

    Das zeigt einen wichtigen Zusammenhang:

    Wo Gottes Wort Raum gewinnt, entsteht geistliche Ordnung.

    Das Erlösungswerk Christi schafft ebenfalls Frieden:

    „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott.“ (Römer 5,1)

    Der tiefste Friede beginnt nicht politisch, sondern zwischen Gott und Mensch.

    20. Joschafats Reich wird stark

    Joschafat erhält Ansehen und Stärke.

    Aber auch er ist nur ein Vorausbild.

    Der endgültige Sohn Davids wird ein Reich errichten,

    das niemals vergeht.

    Jesus sagt:

    „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“

    Sein Reich entsteht durch das Kreuz, nicht durch militärische Macht.

    Die drei Kapitel nebeneinander

    KapitelGeschehenBezug zum Erlösungswerk
    2Chr 15 Gott ruft zur Umkehr Christus bringt uns zurück zu Gott
    2Chr 15 Götzen werden beseitigt Erlösung befreit von falschen Herrschaften
    2Chr 15 Altar wird erneuert Christus ist das endgültige Opfer
    2Chr 15 Volk sucht Gott Glaube richtet sich auf Christus
    2Chr 15 Bund wird erneuert Jesus stiftet den neuen Bund in seinem Blut
    2Chr 16 Asa vertraut auf Aram Menschliche Hilfe kann nicht erlösen
    2Chr 16 Prophet mahnt Asa Gottes Wort deckt falsches Vertrauen auf
    2Chr 16 Asa bleibt verhärtet Wir brauchen einen vollkommen gehorsamen König
    2Chr 16 Krankheit Sünde ist die tiefste Krankheit des Menschen
    2Chr 17 Joschafat sucht Gott Christus führt Menschen zum Vater
    2Chr 17 Götzen werden entfernt Erlösung bedeutet Herrschaftswechsel
    2Chr 17 Gesetz wird gelehrt Christus ist das lebendige Wort
    2Chr 17 Ruhe und Frieden Christus schenkt Frieden mit Gott

    Der vielleicht stärkste Gedanke dieser drei Kapitel

    Ich würde 2. Chronik 15–17 unter eine Frage stellen:

    Worauf stützt sich mein Herz?

    In Kapitel 15 stützt Asa sich auf Gott – und erlebt Erneuerung.

    In Kapitel 16 stützt Asa sich auf Menschen – und beginnt geistlich abzusteigen.

    In Kapitel 17 richtet Joschafat das Volk wieder auf Gott und sein Wort aus.

    Genau hier berührt der Abschnitt das Zentrum des Evangeliums:

    Erlösung bedeutet, den Boden unter den eigenen Füßen zu wechseln.

    Nicht mehr: meine Kraft, meine Leistung, meine Frömmigkeit, meine Möglichkeiten.

    Sondern: Christus und sein vollbrachtes Werk.

    Das Kreuz sagt uns gleichzeitig zwei Dinge:

    Du kannst dich nicht selbst retten.
    Du musst dich auch nicht selbst retten – Christus hat es vollbracht.

    Und daraus folgt das neue Leben, das wir besonders in Kapitel 15 und 17 sehen: Götzen verlieren ihren Platz, Gottes Wort bekommt Raum, Gemeinschaft mit Gott wird wiederhergestellt und aus der Erlösung wächst ein Leben, das Gott sucht.

    2. Chronik 15–17 zeigt damit sehr schön: Nicht unsere Treue trägt die Erlösung – Gottes Treue trägt uns. Und gerade deshalb ruft seine Gnade uns zu einem ungeteilten Herzen für ihn.

    Erklärung der Farben

    im Bibeltext

    Blau Handeln Gottes
    Blau Rede Gottes
    Rot Betrift mein Leben
    Grün

    Verheißung / Versprechen

    Grün Verheißung / Versprechen
    Braun wichtig
    Beige wichtig
    Türkis Jesus
    Gelb Heiliger Geist