3. Mose [[2]] und Jesus Christus – Das angenommene Opfer und die offenbarte Herrlichkeit
- Mose 9 gehört zu den eindrücklichsten Kapiteln des Alten Testaments. Nach der Einsetzung der Priester (3. Mose 8) wird hier zum ersten Mal sichtbar: Gott nimmt das Opfer an und offenbart seine Herrlichkeit. Genau darin liegt ein tiefer Hinweis auf Jesus Christus und sein vollbrachtes Erlösungswerk.
1. Der achte Tag – Neubeginn und Auferstehung
Das Kapitel beginnt mit einer besonderen Zeitangabe:
„Und es geschah am achten Tag …“ (3. Mose 9,1)
In der Bibel steht der achte Tag für Neubeginn, neues Leben und göttliches Handeln über das Gewöhnliche hinaus. Nach sieben Tagen – der Zahl der Vollendung – beginnt etwas Neues.
➡ Hinweis auf Christus:
Jesus ist am ersten Tag der neuen Woche auferstanden – bildlich gesprochen am „achten Tag“. Sein Erlösungswerk bringt nicht nur Vergebung, sondern neues Leben hervor.
2. Der Hohepriester tritt für das Volk ein
Zum ersten Mal übt Aaron nun offiziell seinen Dienst als Hoherpriester aus. Er bringt Opfer dar:
- für sich selbst
- für das Volk
Damit wird deutlich: Ohne Sühne kein Zugang zu Gott.
➡ Erfüllung in Jesus:
Jesus ist der wahre Hohepriester, der keine Opfer für eigene Sünde braucht:
„Er tat keine Sünde.“ (1. Petrus 2,22)
Aaron muss für sich selbst opfern – Jesus tritt rein und sündlos für uns ein.
3. Opfer vor der Offenbarung der Herrlichkeit
Bevor die Herrlichkeit des HERRN erscheint, werden Sünd-, Brand- und Gemeinschaftsopfer dargebracht (3. Mose 9,2–21). Die Reihenfolge ist entscheidend:
- Sühne
- Hingabe
- Gemeinschaft
- Offenbarung der Herrlichkeit
➡ Geistliche Wahrheit:
Gottes Herrlichkeit offenbart sich nicht ohne Versöhnung.
➡ Bezug zu Christus:
Durch das Kreuz Jesu ist der Weg zu Gott geöffnet:
„Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.“ (Römer 5,1)
4. Der priesterliche Segen – Hände über dem Volk
Nach den Opfern segnet Aaron das Volk:
„Und Aaron hob seine Hände auf zum Volk und segnete sie.“ (3. Mose 9,22)
➡ Erstaunliche Parallele:
Auch Jesus segnet nach vollbrachtem Erlösungswerk:
„Und er hob seine Hände auf und segnete sie.“ (Lukas 24,50)
Segen folgt auf Opfer. Versöhnung führt zu Zuspruch. Das Kreuz ist die Grundlage allen Segens.
5. Die Herrlichkeit des HERRN erscheint
„Da erschien die Herrlichkeit des HERRN allem Volk.“ (3. Mose 9,23)
Was Israel hier erlebt, ist ein kurzer, machtvoller Moment göttlicher Gegenwart.
➡ Erfüllung in Jesus:
In Christus ist Gottes Herrlichkeit dauerhaft sichtbar geworden:
„Und wir sahen seine Herrlichkeit.“ (Johannes 1,14)
Jesus ist nicht nur der Weg zur Herrlichkeit – er ist die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes selbst.
6. Feuer vom Himmel – Gottes Antwort auf das Opfer
Der Höhepunkt des Kapitels:
„Da fuhr Feuer aus von dem HERRN und verzehrte das Brandopfer.“ (3. Mose 9,24)
Das Feuer zeigt:
- Gott hat das Opfer angenommen
- Sühne ist geschehen
- Gott selbst handelt
➡ Bezug zu Jesus:
Am Kreuz kommt kein sichtbares Feuer vom Himmel. Doch das Gericht Gottes trifft Christus selbst. Die Auferstehung ist Gottes endgültige Bestätigung:
„Er ist um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden.“ (Römer 4,25)
Jesu Opfer ist vollkommen angenommen.
7. Die Reaktion des Volkes – Anbetung und Ehrfurcht
„… da jubelten sie und fielen auf ihr Angesicht.“ (3. Mose 9,24)
Wo Menschen erkennen, dass Gott Versöhnung schenkt, folgt:
- Anbetung
- Ehrfurcht
- Hingabe
➡ Auch heute gilt:
Das Kreuz Jesu ruft nicht nur zu Glauben, sondern zur Anbetung des Erlösers.
Schlussgedanke
- Mose 9 zeigt den göttlichen Weg:
Opfer → Annahme → Herrlichkeit → Segen
In Jesus Christus ist dieser Weg vollendet. Er ist:
- der wahre Hohepriester
- das vollkommene Opfer
- die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes
„Denn es hat Gott wohlgefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen.“ (Kolosser 1,19)
Wer Christus erkennt, erkennt, warum Gott das Opfer liebt – und warum Anbetung die einzig angemessene Antwort ist.