[[2]]. Mose 8 und Jesus Christus – Vom priesterlichen Schatten zum vollbrachten Erlösungswerk
Viele Bibelleser empfinden 3. Mose 8 zunächst als schwer zugänglich: Rituale, Opfer, Kleidungsvorschriften. Doch wer dieses Kapitel im Licht des Neuen Testaments liest, entdeckt einen tiefen geistlichen Reichtum. Die Einsetzung Aarons zum Hohenpriester ist ein prophetischer Hinweis auf Jesus Christus und sein Erlösungswerk.
1. Die göttliche Berufung – Kein Priester aus eigener Macht
In 3. Mose 8 handelt Mose genau nach dem Befehl des HERRN. Aaron wird nicht selbst Hoherpriester, sondern Gott setzt ihn ein.
„Und Mose sprach zur Gemeinde: Das ist es, was der HERR zu tun geboten hat.“ (3. Mose 8,5)
Diese göttliche Berufung weist direkt auf Jesus Christus hin:
„Und niemand nimmt sich selbst die Würde, sondern er wird von Gott berufen, wie auch Aaron.“ (Hebräer 5,4)
Jesus ist nicht ein religiöser Lehrer unter vielen, sondern der von Gott eingesetzte Hohepriester, der zwischen Gott und Mensch vermittelt.
2. Die Waschung – Äußere Reinheit und innere Vollkommenheit
Bevor Aaron seinen Dienst beginnt, wird er mit Wasser gewaschen (3. Mose 8,6). Diese Waschung zeigt: Ohne Reinheit kein Dienst vor Gott.
Jesus hingegen musste nicht gereinigt werden. Er war ohne Sünde (Hebräer 4,15).
Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten; denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid zu haben vermag mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem versucht worden ist in gleicher Weise wie wir, ausgenommen die Sünde. (Hebr 4,14.15)
Seine Taufe markierte nicht Buße, sondern:
- seine öffentliche Beauftragung
- seine Identifikation mit uns sündigen Menschen
Was bei Aaron äußerlich geschieht, ist bei Jesus vollkommene innere Heiligkeit.
3. Die priesterlichen Kleider – Herrlichkeit und Mittlerschaft
Aaron wird mit besonderen Kleidern bekleidet: Brustschild, Kopfbund, Ephod. Sie stehen für Würde, Verantwortung und Herrlichkeit.
Jesus trug keine prächtigen Gewänder – und doch ist er der wahre Hohepriester:
„Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus.“ (1. Timotheus 2,5)
In ihm wohnt die ganze Fülle Gottes. Er ist nicht äußerlich geschmückt – er ist Herrlichkeit selbst.
4. Die Salbung – Der Gesalbte Gottes
Aaron wird mit heiligem Salböl gesalbt (3. Mose 8,12). Diese Salbung befähigt ihn zum priesterlichen Dienst.
Jesus ist der wahre „Gesalbte“ – der Christus:
„Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat …“ (Lukas 4,18)
Nicht mit Öl, sondern mit dem Heiligen Geist wurde Jesus gesalbt. Sein Dienst geschieht in göttlicher Kraft und Vollmacht.
5. Die Opfer – Blut zur Sühne
In 3. Mose 8 werden mehrere Opfer dargebracht. Besonders auffällig ist das Blut, das an Ohr, Daumen und Zeh gestrichen wird (V. 23–24). Es zeigt:
- Hören auf Gott
- Handeln für Gott
- Wandeln mit Gott
Doch all diese Opfer mussten immer wieder gebracht werden.
Jesus hingegen brachte sich selbst dar:
„… durch sein eigenes Blut ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen.“ (Hebräer 9,12)
Sein Opfer ist vollkommen, endgültig und ewig wirksam.
6. Vollkommener Gehorsam – Bis zum Kreuz
Ein wiederkehrender Satz in 3. Mose 8 lautet:
„… wie der HERR geboten hatte.“
Auch Jesus lebte in vollkommenem Gehorsam:
„Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“ (Lukas 22,42)
Wo Aarons Gehorsam vorgeschrieben ist, ist Jesu Gehorsam freiwillige Liebe – bis zum Tod am Kreuz.
7. Vom Schatten zur Wirklichkeit
- Aaron → ein zeitlicher Hohepriester
- Jesus → der ewige Hohepriester
- Tieropfer → das Lamm Gottes
- äußere Reinheit → vollkommene Heiligkeit
Jesus ist Priester und Opfer zugleich. Durch ihn haben wir freien Zugang zu Gott.
So richte euch nun niemand wegen Speise oder wegen Trank oder hinsichtlich eines Festes oder Neumondes oder von Sabbaten, die ein Schatten der zukünftigen <Dinge> sind, der Körper aber ist des Christus. (Kolosser 2,16.17)
Schlussgedanke
- Mose 8 zeigt uns: Gott bereitet den Weg der Erlösung lange im Voraus. In Jesus Christus erfüllt sich alles, was im Alten Bund angedeutet wurde. Wer ihn erkennt, erkennt den Sinn der Opfer, der Priesterschaft und des Gesetzes.
„Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt trägt!“ (Johannes 1,29)
Lies das Alte Testament – und entdecke Christus darin.