Wer ist wer in der Bibel?
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Begriff Definition
JosechEin Vorfahre Jesu, der im Stammbaum auftaucht, den Lukas dokumentiert (Lk 3,26).
 
Josef
bezeichnet etliche Männer in der Bibel. Die beiden bekanntesten Vertreter sind wohl Marias Verlobter und jener Sohn Jakobs, den seine Brüder nach Ägypten verkauften. Josef bedeutet „Er (Gott) möge hinzufügen“, gemeint sind weitere Kinder.
  1. Der Vater von Jigal, dem Kundschafter des Stammes Issachar, den Mose auf Gottes Befehl aus der Wüste Paran nach Kanaan schickte, um Land und Leute zu erkunden (4. Mo 13,7).
  2. Der durch Los bestimmte Leiter der ersten Sängerabteilung zur Zeit Davids (1. Chr 25,2.9).
  3. Das Haupt des Priestergeschlechts Schebanja zur Zeit des Hohenpriesters Jojakim (Neh 12,14).
  4. Einer der Israeliten, die in der Gefangenschaft eine heidnische Frau genommen hatten und sie nun fortschickten, als Esra und das Volk erkannt hatten, dass sie damit Unrecht begangen hatten (Esr 10,42).
  5. Zwei Vorfahren Jesu, die Lukas in seinem Stammbaum erwähnt (Lk 3,24.30).
  6. Der sogenannte „Nährvater“ von Jesus und Marias Mann. Als er von Marias Schwangerschaft hört, hat er drei Möglichkeiten: er hätte Maria verklagen und ihre Bestrafung fordern oder sie mit einem Scheidebrief öffentlich entlassen können. Beide Möglichkeiten hätten Maria sehr geschadet, und Josef trifft die Entscheidung, sich heimlich von ihr zu trennen. Doch es kommt noch anders: Im Traum erscheint ihm ein Engel, und er bekommt den Auftrag, Maria zu heiraten, und Josef übernimmt die Pflicht des Vaters. Mit seiner hochschwangeren Frau reist er nach Bethlehem zur Volkszählung und flieht mit ihr und dem Säugling nach Ägypten, als König Herodes aus Angst vor einem möglichen Konkurrenten den Mord aller Kinder unter zwei Jahren anordnet. Später wird davon berichtet, wie er und Maria während eines Passafestes den zwölfjährigen Jesus verzweifelt suchen und schließlich im Tempel finden (Lk 2,41-51). Weiter ist von Josefs Leben aber nichts bekannt, und er kommt außerhalb der Berichte von Jesu Geburt und Kindheit in den Evangelien auch nicht mehr vor, während Maria und Jesu Geschwister noch mehrfach erwähnt werden. Das lässt vermuten, dass Josef jung gestorben ist. Er war von Beruf Zimmermann (Mt 13,55) und lehrte wahrscheinlich auch Jesus dieses Handwerk.
  7. Josef hieß einer von Jesu Brüdern; daneben werden Jakobus, Simon und Judas genannt (Mt 13,55). Markus überliefert die galiläische Namensform Joses (Mk 6,3).
  8. Der Sohn einer anderen Maria, die bei der Kreuzigung anwesend war, und der Bruder eines Jakobus (Mt 27,56). In Mk 15,40 wird auch er nach der galiläischen Namensform Joses genannt.
  9. Josef von Arimathäa, ein Glied des Hohen Rats. Er war ein vornehmer Mann, der das Reich Gottes suchte, ein Jünger im geheimen, der sich an der Verurteilung Jesu nicht beteiligt hatte. Zusammen mit Nikodemus sorgte Josef für das Begräbnis des Gekreuzigten und stellte sein eigenes Grab dafür zur Verfügung (Mt 27,57-60; Mk 15,43-46; Lk 23,50-53; Joh 19,38-42).
  10. Josef war auch der ursprüngliche Name von Barnabas, einem Leviten aus Zypern, der Paulus zeitweise begleitete (Apg 4,36).
  11. Josef, genannt Barsabbas mit dem Beinamen Justus, war einer der Männer, die mit Jesus und seinen Jüngern umherzogen, aber nicht zum Kreis der Zwölf gehörten. Nachdem Judas sich erhängt hatte, wurden er und Matthias zur Wahl gestellt, um die Stelle des Judas einzunehmen. Das Los fiel dann aber auf Matthias (Apg 1,23.26).
  12. Ursprünglicher Name von Kaiphas, einem Hohenpriester zur Zeit Jesu (Joh 18,12.13), weitere Informationen unter Kaiphas.
  13. Jakobs elfter Sohn und der erste von seiner Lieblingsfrau Rahel (1. Mo 30,22-24). Im 1. Buch Mose halten sich nahezu alle Erzählungen in den Grenzen eines Umfangs von ungefähr 20-30 Versen. Da sticht die Josefsgeschichte mit 392 Versen in einer abgeschlossenen Einheit ziemlich heraus.

Josef wird verkauft

Josef ist bei seinen Brüdern nicht besonders beliebt, und das aus zwei Gründen. Zum einen hatte ihm sein Vater einen bunten Mantel geschenkt, um den sie ihn beneiden, und zum anderen berichtet er von eindrücklichen Träumen, in denen sich die Getreidegarben seiner Brüder vor seinen eigenen verbeugt hatten und sich Sonne und Mond und elf Sterne vor ihm verneigten. Die Abneigung seiner Brüder steigert sich bis zu Mordgedanken, als er sie in seinem bunten Mantel auf der Weide besucht, während sie Schafe hüten. Als ältester und wohl vernünftigster Bruder hält Ruben die anderen davon ab ihn umzubringen, und statt dessen werfen sie ihn nur in eine Grube, aus der Ruben ihn später heimlich befreien will. Doch es kommt anders: Während sie ein Picknick halten, sehen sie eine Karawane auf dem Weg nach Ägypten heranziehen, und Juda spricht blitzschnell eine neue Idee aus: Josef soll verkauft werden. Offensichtlich ist Ruben beim Verkauf nicht dabei, denn als er später zur Grube kommt, ist er entsetzt, Josef dort nicht zu finden. Um ihrem Vater Josefs Verschwinden erklären zu können, beschmieren sie den bunten Rock mit dem Blut einer Ziege und behaupten, dass ein Tier ihn gerissen habe.

Josef in Ägypten

Josef kommt in das Haus des Kämmerers Potifar. Wer zu der Zeit Pharao war, wird an keiner Stelle erwähnt. Was uns die Bibel aber über Josefs Aufenthalt in Ägypten berichtet, stimmt gut überein mit dem, was wir aus Ausgrabungen und anderen Quellen über altägyptisches Leben wissen. In Ägypten erlebt Josef eine steile Karriere. Zunächst wird er zum Diener seines Herrn befördert und später über dessen sämtlichen Besitz gesetzt. Es scheint nicht weiter verwunderlich, dass die Frau seines Herrn ihn unbedingt verführen will: Nicht nur, dass er gutaussehend war, die Bibel berichtet außerdem, dass Gott alles, was er tat, gelingen ließ. Doch Josef bleibt der Frau gegenüber standhaft und windet sich eines Tages sogar aus seinem Kleid, als die Frau ihn festhalten will. Aber er hat nicht mit ihrer Rache gerechnet: Ihrem Mann gegenüber behauptet sie, Josef habe sie vergewaltigen wollen, und bringt ihn damit ins Gefängnis. Aber auch hier wird Josef nicht von Gott allein gelassen, hinterlässt einen guten Eindruck und wird schon bald Aufseher über die anderen Gefangenen (1. Mo 40). Im Gefängnis bekommt er auch wieder Gelegenheit, Träume zu deuten. Einem Mundschenk prophezeit er, dass er drei Tage später freigelassen, und einem Bäcker, dass er in der gleichen Zeit erhängt würde -und genauso tritt es ein (1. Mo 40). Doch erst zwei Jahre später erinnert man sich wieder an ihn, als der Pharao zwei Träume hat, die keiner der herbeigerufenen klugen Leute deuten kann: Nach sieben fetten Kühen stiegen sieben dürre Kühe aus dem Nil und fraßen die anderen. Anschließend verschlangen sieben verdorrte Ähren sieben volle Ähren. Josef erklärt, dass nur Gott Träume deuten kann, und legt sie dann aus. Ägypten sollte sieben ertragreiche Jahre erleben und anschließend sieben Jahre, in denen eine Hungersnot herrschen würde. Josef gibt dem Pharao den Tip, einen klugen Mann zu suchen, der in den reichen Jahren die Erträge sammelt, damit in den armen Jahren genug Vorrat da ist. Während sich die einflußreichen Männer im Land schon auf den Posten freuen, setzt der Pharao den bisher unbedeutenden Josef über ganz Ägypten. Er unterstellt ihn nur sich selbst und gibt dem 30jährigen Josef den ägyptischen Namen Zafenat-Paneach, der vielleicht „Erhalter des Lebens“ oder „Gott spricht: Er lebt.“ bedeutet. Josef heiratet Asenat und wird Vater von Manasse und Ephraim (1. Mo 41). Schließlich sind die sieben guten Jahre vorüber, und alle Welt reist nach Ägypten, um Getreide zu kaufen, auch seine Brüder. Josef erkennt sie sofort, bevor er aber seine eigene Identität preisgibt, will er noch herausfinden, ob sie ihre Gesinnung geändert haben. Er beschuldigt sie, Spione zu sein, und verlangt, dass sie ihren jüngsten Bruder Benjamin noch holen, den Josef zu Hause behalten hatte, während Simeon als Pfand in Ägypten bleiben soll. Zu ihrem Schrecken stellen die Brüder dann zu Hause fest, dass in den Getreidesäcken auch das Geld liegt, das sie bezahlt hatten. Erst weigert sich Jakob, ihnen Benjamin mitzugeben, zu tief sitzt ihm noch der Verlust von Josef und jetzt auch von Simeon in den Knochen. Doch als das Getreide wieder zu Ende geht, kommt er nicht umhin, Benjamin mitziehen zu lassen (1. Mo 42).

So kann Josef seine Brüder erneut begrüßen, erkundigt sich nach seinem Vater, ist ganz ergriffen, Benjamin wiederzusehen, und lässt ein großes Mahl vor seinen Brüdern auftischen. Schließlich ziehen sie wieder fort, nicht ohne dass Josef noch einmal eine Falle auslegt: Er versteckt in Benjamins Getreidesack einen silbernen Becher und schickt ihnen seinen Haushalter nach, der den Becher findet und die Brüder zurückbeordert (1. Mo 43). Josef hört sich den Sachverhalt an, wie Juda ihn darlegt, und wird von seinen Gefühlen überwältigt. Weinend macht er dem Versteckspiel ein Ende und gibt sich nicht nur seinen Brüdern zu erkennen, sondern drängt sie auch, den Vater zu holen und mit ihren ganzen Familien nach Ägypten umzusiedeln.

Den Ägyptern gegenüber ergreift Josef harte Maßregeln. Er verlangt ihr Vieh und schließlich ihr Land zum Vorteil des Pharao im Austausch für Getreide. Die weitere Bewirtschaftung des Landes gestattet er ihnen dann gegen die Abgabe vom Fünften des Ertrages an den Pharao. Nur den Priestern bleibt ihr Landbesitz erhalten.

Als Jakob krank ist und Josef ihm mit seinen Söhnen Manasse und Ephraim einen Besuch abstattet, nimmt Jakob sie als seine eigenen Söhne an, so dass der Stamm Josef nachher zu zwei Stämmen wird (1. Mo 48). Nach Jakobs Tod sorgt Josef auf fürstliche Weise für die Einbalsamierung seines Vaters und seine Beisetzung in Kanaan. Seine Brüder fürchten nach Jakobs Tod, dass Josef doch noch seine Rache an ihnen ausspielen würde, aber Josef kann sie beruhigen: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen“ (1. Mo 50,20). Und dies kann wohl als Hauptthema der Josefsgeschichte gelten, die auch den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten vorbereitet. Sie erzählt, wie das Volk nach Ägypten kommt, bis es durch Jahwe, den Gott der Väter, aus Ägypten herausgeführt wird.

Josef wird 110 Jahre alt und sieht noch die Urenkel Ephraims und die Kinder Manasses. Vor seinem Tode weissagt er, Gott werde Israel aus Ägypten führen, und lässt die „Söhne Israels“, gemeint sind wahrscheinlich alle seine Nachkommen, schwören, dass sie seine Gebeine bei ihrem Auszug mitnehmen würden (1. Mo 50,25; vgl. 2. Mo 13,19). Das geschieht, und Josef wird bei Sichem begraben (Jos 24,32).
 
Josesist die griechische Form des hebräischen Namens Josef. Im Neuen Testament werden beide Namen parallel benutzt, während in Mk 6,3 einer der Brüder Jesu Joses genannt wird, lautet der Name in Mt 13,55 Josef. Ebenso verhält es sich auch bei dem Sohn einer Maria, dem Bruder des jüngeren Jakobus, der in Mk 15,40 Joses heißt und in Mt 27,56 Josef.
 
Josia
bedeutet „Jahwe möge heilen“ und bezeichnet zwei Männer im Alten Testament.
  1. 17. König von Juda, der 639-609 v. Chr. regierte, und der letzte gottesfürchtige König aus dem Haus Davids vor der babylonischen Gefangenschaft war. Mit acht Jahren wurde der Sohn Amons und Enkel Manasses vom „Volk des Landes“ zum König gemacht, nachdem man alle erschlagen hatte, die an der Verschwörung und Ermordung seines Vaters beteiligt gewesen waren (2. Kö 21,24-25,1; 2. Chr 33,25-34,1). Die Macht Assyriens, das noch die Oberherrschaft über Juda hatte, nahm mehr und mehr ab. Dadurch hatte Josia politisch größere Bewegungsfreiheit als seine Vorgänger Manasse und Amon. Im achten Jahr seiner Regierung wandte er sich Jahwe wieder zu, und im 12. Jahr begann er, in Juda und Jerusalem die Höhenheiligtümer zu beseitigen, wo eine Mischform aus Jahweglauben und Baalsfrömmigkeit, einem Sexualkult zur Garantie der Fruchtbarkeit des Landes, gepflegt wurde. Er erstreckte seine religiöse Reform auch auf das frühere Gebiet der 10 Stämme, was die Machtlosigkeit Assyriens deutlich werden lässt. Den Altar in Bethel brach er ab und erfüllte die Weissagung, die der Mann Gottes aus Juda darüber ausgesprochen hatte (1. Kö 13,2). Eine genaue Übersicht über Josias einschneidende Maßnahmen findet sich in 2. Kö 23,1-25; 2. Chr 34,1-7. Auch vor so harten Maßregeln wie der Opferung aller Priester der Höhenheiligtümer in den Städten Samariens und dem Verbrennen von Menschengebeinen auf ihren Altären schreckte er nicht zurück (2. Kö 23,20). Sein Eifer wurde noch stärker angefacht, als in seinem 18. Regierungsjahr (622 v. Chr.) der Hohepriester Hilkija das Gesetzbuch des Herrn im Tempel entdeckte (2. Kö 22,8-20; 2. Chr 34,8-28). Was dieses Gesetzbuch gewesen ist - ob alle fünf Bücher Mose, der sogenannte Pentateuch, oder nur das fünfte Buch allein - ist umstritten. Es ist aber nicht unmöglich, dass wir darin wirklich alle fünf Mosebücher zu sehen haben. Josia sandte eine Abordnung an die Prophetin Hilda. Sie sagte voraus, das im Gesetzbuch angedrohte Unheil werde nicht ausbleiben, Josia jedoch solle in Frieden bestattet werden und all das Unglück nicht mehr erleben. Josia rief die Ältesten von Juda und Jerusalem zusammen, ließ ihnen das Gesetzbuch vorlesen und schloß mit allem Volk von neuem den Bund, dem Herrn zu dienen. Er feierte auch wieder ein Passahfest in Jerusalem, wie es seit der Zeit der Richter und in den Tagen der Könige nicht mehr in Israel gefeiert worden war (2. Kö 23,22). Und doch war Gottes Zorn gegen Juda nicht beseitigt, der Abfall zum Götzendienst unter Manasse wirkte sich weiter aus (2. Kö 23,26). Auch die Botschaft Jeremias lässt erkennen, dass das Volk nicht mit dem Herzen umgekehrt war. Wir wissen nicht, was Josia bewogen hat, Pharao Necho entgegenzutreten, als dieser dem Assyrerkönig gegen Babylon zu Hilfe zog. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er daran dachte, das ganze frühere Gebiet der 10 Stämme seinem Reich hinzuzufügen und so die Einheit des Hoheitsgebietes aus der Zeit Davids und Salomos wiederherzustellen. Vielleicht wollte er sich auch Nabopolassar von Babylon verpflichten, in dem er den zukünftigen Machthaber in Palästina gesehen haben wird. Sein Tod im Kampf gegen Necho bei Megiddo zerstörte alle Pläne. Ganz Juda und Jerusalem trauerten, und Jeremia dichtete eine Totenklage über Josia (2. Kö 23,29f; 2. Chr 35,20-27). Sein Sohn Joahas wurde sein Nachfolger.
  2. Der Sohn des Zefanja, in dessen Haus Sacharja den Hohenpriester Jeschua krönen sollte (Sach 6,10).
 
JosifjaEin Israelit, dessen Sohn mit Esra aus Babylon heimkehrte (Esr 8,10). Josifja bedeutet übersetzt „Jahwe möge hinzufügen“, gemeint sind weitere Kinder.
 
JosuaUrsprünglich hieß der Sohn von Nun aus dem Stamm Ephraim Hoschea, was „Heil“ oder „Rettung“ bedeutet, ein häufig auftauchender Name im Stamm Ephraim (1. Chr 27,20; 2. Kö 17,1; Hos 1,1). Mose fügte den Namen Gottes hinzu und nannte ihn Jehoschua, also „Jahwe ist Heil“, was im Deutschen normalerweise mit Josua wiedergegeben wird (4. Mo 13,8.16). Als das Volk aus Ägypten loszieht, ist Josua noch ein junger Mann (2. Mo 33,11), aber Mose bestimmt ihn dennoch zu seinem persönlichen Assistenten und überträgt ihm die Befehlsgewalt über eine Abteilung der noch nicht organisierten Stämme, die die plündernden Amalekiter abwehren sollen. Josua schlägt sie, während Mose auf dem Hügel mit dem Stab Gottes in der Hand und gestützt von Aaron und Hur um den Sieg betet (2. Mo 17,8-16). In 2. Mo 24,13 darf er, der von Jugend auf Moses Diener gewesen war (4. Mo 11,28), mit ihm auf den Berg steigen und ist auch in 2. Mo 32,17 wieder bei ihm, als Mose nach 40 Tagen und Nächten herabkommt. Vermutlich hatte er in einiger Entfernung auf Mose gewartet. Als Mose später zum Lager geht, nachdem der Herr in der Stiftshütte mit ihm geredet hatte, bleibt Josua in der Stiftshütte zurück (2. Mo 33,11). In den folgenden Jahren kommt zweifellos etwas von Moses Geduld und Sanftmut zu Josuas Tapferkeit hinzu, doch in 4. Mo 11,28 bittet er Mose im Übereifer, den Ältesten Eldad und Medad das Weissagen im Lager zu verbieten, als sie in Verzückung geraten, und Mose sagt ihm klipp und klar, dass er wünschte, Gottes Geist würde über alle Israeliten kommen, so dass sie prophezeien könnten. Josua gehört auch zu den Kundschaftern, die nach Kanaan gesandt werden (4. Mo 13,8). Als die meisten von ihnen bei der Rückkehr die Eroberung des Landes als unmöglich darstellen, empfehlen Kaleb (4. Mo 13,30) und nach dem Verlauf einer Nacht auch Josua die Invasion und werden von dem Volk, dem sie Mut machen wollen, beinahe gesteinigt (4. Mo 14,1.6-10). Darum will der Herr von den Israeliten, die zur Zeit dieser Auflehnung gegen Gott über 20 Jahre alt waren, nur Kaleb und Josua in das verheißene Land bringen (4. Mo 14,30). Bei der zweiten Volkszählung im Ostjordanland sind dann auch außer Mose von den beim ersten Mal Gezählten nur noch Kaleb und Josua am Leben (4. Mo 26,65). Jetzt bezeichnet der Herr Josua als den Nachfolger von Mose, der ihn unter Handauflegung dazu einsetzt (4. Mo 27,16-23; vgl. 5. Mo 3,28; 31,7f.23). Bereits in 4. Mo 34,17 hatte der Herr Josua mit dem Hohenpriester Eleasar an die Spitze der Männer gestellt, die, je einer aus jedem Stamm, die Verteilung des Landes überwachen sollten. Nach Moses Tod leisten die Israeliten Josua als seinem Nachfolger Gehorsam (5. Mo 34,9). Das Buch Josua, das nach ihm benannt ist, berichtet über seine Taten als Führer Israels. Nach Moses Tod erhält Josua vom Herrn den Befehl, sich zum Jordanübergang bereitzumachen, und trifft seine Anordnungen dafür (Jos 1,1-2,1). Der Flussübergang wird durch ein Wunder ermöglicht: In dem Augenblick, in dem die Priester, die die Bundeslade tragen, am Ufer in den Fluss treten, bleibt das Wasser flussaufwärts stehen (Jos 3). Auf Geheiß des Herrn lässt Josua 12 Steine aus dem Jordan zum Andenken an dieses Wunder mitnehmen, die er später in Gilgal als Zeichen aufrichtet. 12 andere Steine werden im Flussbett an der Stelle aufgerichtet, an der die Füße der Priester mit der Bundeslade während des Überganges gestanden hatten (Jos 4). Bei der Eroberung Kanaans erweist sich Josua als fähiger Feldherr, der Gott vertraut und auf seine Befehle hört. Bekanntestes Beispiel dafür ist wahrscheinlich die Eroberung Jerichos. Gott gibt Josua den Auftrag, alle Kriegsmänner sechs Tage hintereinander um die Stadt herumgehen zu lassen. Für die Einwohner Jerichos wird dies ein merkwürdiges Schauspiel gewesen sein: Schweigend ziehen da kampffähige Männer rings um die Stadt, gefolgt von sieben Priestern, die ihre Posaunen blasen und vor der Bundeslade hergehen, gefolgt vom übrigen Volk. Am siebten Tag gibt Josua den Befehl, ein Kriegsgeschrei zu erheben, das gewaltige Folgen hat. Die Stadtmauer bricht ein, das Volk hat freien Zugang und verbrennt die gesamte Stadt, begleitet von einem Fluch, den Josua über denjenigen ausspricht, der die Stadt jemals wieder aufbauen werde (Jos 5,13-6,27; Hebr 11,30). Aber in Josuas Laufbahn fehlen auch Rückschläge nicht. Weil ein Israelit namens Achan sich an dem gebannten Gut vergreift, erleidet Israel gegen die wenigen Männer von Ai eine blutige Niederlage. Erst nachdem der Herr den Schuldigen durch das Los bezeichnet und dieser gesteinigt ist, kann Ai erobert werden (Jos 7; 8). Als ihn daraufhin fremde Männer aufsuchen und behaupten, von weit her zu kommen, unterlässt es Josua, den Herrn zu befragen, und schließt mit ihnen auf eigene Verantwortung einen Vertrag und stellt erst später fest, dass er hereingelegt worden war und die Männer Gibeoniter waren, die ganz in der Nähe wohnen (Jos 9). Dennoch steht Gott in besonderer Weise zu Israel. Er lässt einen großen Teil von Israels Feinden durch große Hagelkörner umkommen und erfüllt sogar Josuas Bitte, dass Sonne und Mond stehen bleiben sollen: „Und es war kein Tag diesem gleich, weder vorher noch danach, dass der Herr so auf die Stimme eines Menschen hörte; denn der Herr stritt für Israel“ (Jos 10,14). So fällt der Südteil Kanaans in die Hände der Israeliten. Der Nordteil wird durch den siegreichen Kampf am Wasser von Merom und die Einnahme von Jazor erobert (Jos 11). Das heißt jedoch nicht, dass Israel nun Herr des gesamten Landes war, umfangreiche Gebiete blieben noch in der Hand der Kanaaniter. Daher ergibt das Los bei der Verteilung Kanaans, die Josua daraufhin durchführt, für viele Gegenden nur eine Zuweisung im voraus (Jos 13,1-7). Auch hierbei zeigt sich Josua als ein Mann, der das volle Vertrauen des Volkes besitzt und allgemeines Ansehen genießt. Nach Abschluss der Landverteilung sprechen die Israeliten ihm die Stadt zum Erbteil zu, um die er gebeten hatte, Timnat-Serach auf dem Gebirge Ephraim (Jos 19,49.50). Am Ende seines Lebens versammelt Josua die Stämme Israels in Sichem. Er erinnert sie in seiner Rede an alle Wohltaten des Herrn und ruft sie auf, Gott aufrichtig und treu zu dienen, während er selbst bekennt: „Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen“ (Jos 24,15). Er schließt an diesem Tag mit dem Volk einen Bund und legt ihnen Gesetze und Satzungen vor. All das schreibt er ins Gesetzbuch Gottes und richtet zum Zeugnis einen großen Stein unter der Eiche beim Heiligtum des Herrn auf. Mit 110 Jahren stirbt Josua und wird in Timnat-Serach begraben (Jos 24).
 
Jotam
könnte man übersetzen mit „Jahwe ist vollkommen“ oder „Jahwe hat sich redlich, rechtschaffen gezeigt“.
  1. Gideons jüngster Sohn und einziger Überlebender des Massakers, das Abimelech an seinen Brüdern verübt (Ri 9,5). Durch das Gleichnis der Bäume, die den Brombeerstrauch zum König wählen - eine Ehre, die vorher von der Zeder, dem Olivenbaum und der Weinrebe abgelehnt worden war -, warnt Jotam die Sichemiter vor Abimelech. Die Warnung blieb unbeachtet, und der Fluch, den er aussprach, erfüllte sich drei Jahre später, als die Sichemiter Abimelech untreu wurden.
  2. Der Sohn Jahdais und ein Nachkomme von Kaleb (1. Chr 2,47).
  3. Der Sohn des Königs Asarja oder Usija von Juda (2. Kö 15,32-38; 2. Chr 27). Er war 25 Jahre alt, als er zur Herrschaft kam, und regierte 16 Jahre in Jerusalem, zunächst als Mitregent seines Vaters, der aussätzig war, und später als alleiniger König. Die Mitteilung in 2. Kö 15,30, dass Hoschea im 20. Jahr Jotams König über Israel wurde, weist darauf hin, dass Jotam noch lebte, während sein Sohn Ahas bereits die Regentschaft übernommen hatte. Jotam tat, was in den Augen des Herrn recht war, ebenso wie sein Vater Usija. Das Volk aber opferte noch immer auf den Höhen (2. Chr 27,2). Auch Jes 2,7.8; erweckt den Eindruck, dass bei äußerem Wohlstand das Volk am Götzendienst hing (vgl. Jes 2-5). Jotam baute das obere Tor am Tempel und verstärkte die Mauer des Ofel. Weiter baute er Städte auf dem Gebirge Juda und Burgen und Türme in den Wäldern (2. Chr 27,3.4). In der Zeit seiner selbständigen Regierung nach dem Tod Usijas wird sein Krieg gegen die Ammoniter anzusetzen sein, die ihm drei Jahre lang Tribut zahlten (2. Chr 27,5). Nach 1. Chr 5,17 wurde eine Anzahl Gaditer zur Zeit Jotams und Jerobeams II. von Israel in die Geschlechtsregister eingetragen. Diese Aufzeichnung wird demnach vor Jerobeams Tod (747 v. Chr.) begonnen und in den ersten Regentschaftsjahren Jotams abgeschlossen worden sein. Man kann also schon vor seinem Ammoniterkrieg einen Einfluß Jotams im Ostjordanland annehmen. Kurz vor dem Ende der Regierung Jotams ließ der Herr den Aramäerkönig Rezin und Pekach, den Sohn Remaljas, gegen Juda vorgehen (2. Kö 15,37). Vielleicht hängt auch der Bau von Burgen und Türmen schon mit der wachsenden Kriegsdrohung zusammen. Israel mag Judas Machtstellung im Ostjordanland mit missgünstigen Augen angesehen haben. Außerdem wollten Aram und Israel Juda zur Teilnahme an ihrem Bündnis gegen Assyrien zwingen. Der eigentliche syrisch-ephraimitische Krieg fällt aber erst in die Zeit des Ahas, der seinem Vater als Regent und dann als König folgte. Jotam wurde in der Davidsstadt begraben.
 
JozadakDer Sohn Serajas, des letzten Hohenpriesters vor der babylonischen Gefangenschaft (vgl. 2. Kö 25,18), und der Vater von Jeschua, dem ersten Hohenpriester danach (1. Chr 5,40.41; Esr 3,2.8). Der Name heißt übersetzt „Jahwe hat sich als gerecht erwiesen“.
 
JubalEin Nachkomme Kains und der Sohn von Lamech. Auf ihn gehen alle Zither- und Flötenspieler zurück (1. Mo 4,21).
 
Juchalwar der Sohn Schelemjas und einer der Fürsten Judas. Zedekia, der König von Juda, schickte Juchal und Zefanja zu Jeremia, damit er Gott befragte, hörte dann aber doch nicht auf ihn (Jer 37,3; 38,1-6). Juchal bedeutet „Er (der Herr) möge sich mächtig erweisen“.
 
Juda
  1. wurde der vierte Sohn Jakobs und Leas (1. Mo 29,35) genannt. Der Name in 1. Mo 29,35 von jadah, „preisen“, abgeleitet, als Lea dem Herrn für Judas Geburt dankt. In 1. Mo 49,8 findet sich nochmals ein Wortspiel zu dieser Bedeutung: „Juda (...), dich werden deine Brüder preisen.“ Im Neuen Testament wird der Name in hellenisierter Form als Judas wiedergegeben. Als seine Brüder Simeon und Levi Rache üben an Sichem, der ihre Schwester Dina vergewaltigt hatte, wird Juda nicht genannt (1. Mo 34). Wohl aber in der Josefsgeschichte, als sich der Hass der Brüder gegen Josef richtet und bis hin zu Mordgedanken steigert. Von Juda kam der Vorschlag, Josef zu verkaufen, statt zu töten (1. Mo 37,26.27). Eines Tages trennte Juda sich von seinen Brüdern und schloß sich Hira an, einem Mann aus Adullam (1. Mo 38,1). Er heiratete die Tochter des Kanaaniters Schua und bekam mit ihr drei Söhne: Er, Onan und Schela. Der älteste Sohn Er starb nach kurzer Ehe mit Tamar, und auch Onan starb. Er hatte nach damaligem Brauch Tamar geheiratet, wollte seinem Bruder aber keinen Nachkommen verschaffen. Nun zögerte Juda die Ehe Tamars mit seinem jüngsten Sohn hinaus, weil er Angst um dessen Leben hatte. Tamar gelang es dennoch, Mutter zu werden: Sie verkleidete sich als Hure und verführte Juda. Sie gebar die Zwillinge Perez und Serach (1. Mo 38). Perez wurde der Stammvater Davids und auch der von Jesus (Rut 4,18-22; 1. Chr 2,5.9-16; Lk 3,33; Offb 5,5). Als Jakobs Söhne zum zweiten Mal nach Ägypten reisten, um während einer Hungersnot Getreide einzukaufen, bürgte Juda seinem Vater für Benjamin und bot sich nachher an, an Benjamins Stelle Josefs Sklave zu werden (1. Mo 43,8f; 44,18-34). Jakob sandte Juda zu Josef voraus, als er nach Goschen zog (1. Mo 46,28). Als Jakob seinen Segen über seine Söhne spricht, wird Juda der Segen der Verheißung zuteil (1. Mo 49,8-12). Die Nachkommen Judas bilden den gleichnamigen Stamm, der der zahlenmäßig stärkste war. Die Rückkehrer aus der babylonischen Gefangenschaft waren größtenteils Judäer. Daher ist aus dem Namen Juda die Volksbezeichnung der „Juden“ abgeleitet worden.
  2. Ein Levit zur Zeit des Hohenpriesters Jeschua (Neh 12,8). Vielleicht ist damit auch Hodawja in Esr 2,40; 3,9 gemeint.
  3. Ein Sohn Hasnuas. Der Mann aus dem Stamm Benjamin war nach der babylonischen Gefangenschaft der zweite Vorsteher über den anderen Teil der Stadt Jerusalem (Neh 11,9).
  4. Wahrscheinlich ein Fürst des Stammes Juda, der an der Mauereinweihung in Jerusalem teilnahm (Neh 12,34).
  5. Ein levitischer Sänger und Musiker bei der Einweihung der Mauer Jerusalems (Neh 12,36).
  6. siehe Joda
 
Judas
ist die griechische Form des hebräischen Namens Juda und bezeichnet, neben dem bekannten Judas Iskariot, einen weiteren Jünger Jesu und einige andere Männer im Neuen Testament.
  1. Judas der Galiläer machte einen Aufstand gegen die Römer in den Tagen der Volkszählung (Apg 5,37). Damit ist nicht die in Lk 2,2 genannte Schätzung gemeint, sondern eine andere, die auch von Quirinius durchgeführt wurde, nachdem Judäa römische Provinz geworden war (6 n.Chr.). Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus berichtet von diesem Judas, der nach ihm ein Schriftgelehrter aus Gamala östlich vom Jordan war, dass er eine Anzahl von Juden zum Aufstand gegen Rom brachte, indem er ihnen vorhielt, die Steuereinschätzung würde sie zu Sklaven machen. Seine Bande wurde jedoch zerstreut, er selber fand den Tod. Judas begründete mit dem Pharisäer Sadduk die Partei der Zeloten. 
  2. Judas Iskariot, der Sohn Simons (Joh 6,71), wird in allen Apostellisten genannt (Mt 10,4; Mk 3,19; Lk 6,16). Er trug seinen Beinamen, der wohl „Mann aus Kariot“ bedeutet, zur Unterscheidung von dem anderen Jünger Judas. Da Kariot in Judäa liegt, wird Judas aus dem Stamm Juda gewesen sein, und zwar als einziger unter den Jüngern. Von seiner Berufung hören wir nichts; es wird sich hier aber wahrscheinlich ebenso wenig wie in seinem äußeren Auftreten ein Unterschied zu den übrigen Jüngern gezeigt haben. Judas hörte die Worte des Meisters, sah seine Wunder, wurde ausgesandt, zu verkündigen und Wunder zu tun. Doch schon früh warnt der Herr, dass sich in den Jüngerkreis ein Verräter eingeschlichen habe, den Namen nennt er nicht (Joh 6,70.71). Nur in einem unterschied sich Judas von den andern Jüngern: Er verwaltete die gemeinsame Kasse, wobei er wohl auch Gaben unterschlug (Joh 12,6). Als Jesus von einer Frau in Betanien mit sehr kostbarem Öl gesalbt wurde, war es nach Joh 12,4.5; Judas, der fand, dass das Geld für das Öl lieber für die Armen hätte ausgegeben werden sollen. Jesus wies das zurück mit dem Hinweis darauf, dass diese Salbung schon im voraus für sein Begräbnis geschehen sei. Judas ging zu den Hohenpriestern und verhandelte mit ihnen den Verrat seines Meisters (Mk 14,3-11). Man einigte sich auf 30 Silberlinge. Beim letzten Mahl mit den Jüngern sagte Jesus, dass einer von ihnen ihn verraten wird, und bezeichnete Judas als den Verräter. Judas verließ den Saal und ging seinen Weg zu Ende. Da er Jesu Gewohnheiten kannte, führte er Juden und die römischen Soldaten nach Gethsemane und verriet seinen Meister mit einem Kuss (Lk 22,47-54; Joh 18,1-11). Als Judas am folgenden Tag sah, dass Jesus zum Tode verurteilt wurde, schlug ihm das Gewissen, er warf den Verräterlohn in den Tempel und beging Selbstmord (Mt 27,3-10; Apg 1,16-29). Das Auftreten des Judas stellt uns vor schwierige Fragen. Wie kann Jesus ihn zum Jünger wählen, ihn um sich haben, ihm die Kasse anvertrauen, ihn die Botschaft weitersagen, kurz, ihn in allem gewähren lassen? Wir wissen nur, dass es so Gottes Rat entsprach und die Weissagung ihre Erfüllung finden musste (Mt 26,14). Was Judas selber angeht, so ist es schwierig zu sagen, ob allein Geldsucht ihn antrieb oder - wie viele meinen, aber im Neuen Testament nicht gesagt wird - die Enttäuschung eine Rolle spielte, weil er auf ein irdisches Königreich Jesu und eine entsprechende eigene Stellung gehofft hatte. Sicher ist, dass der Teufel in ihn gefahren war und dass er (anders als die Besessenen) sich als williges Werkzeug Satans zeigte (Lk 22,3; Joh 13,3.27). In Joh 17,12 wird er der „Sohn des Verderbens“ genannt, der einzige Jünger Jesu, der verlorenging.
  3. Judas ist auch der Name für einen anderen der 12 Jünger, der stets von Judas Iskariot unterschieden wird (Joh 14,22). Er war der Sohn des Jakobus (Lk 6,16; Apg 1,13) und wird auch Thaddäus genannt (Mk 3,18). Wir wissen weiter nichts von ihm, außer einer in Joh 14,22 erwähnten Frage an Jesus „Herr, was bedeutet es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?“, auf die Jesus antwortet, dass derjenige, der ihn liebe, sein Wort halten werde.
  4. Einer von Jesu Brüdern (Mt 13,55; Mk 6,3) und vielleicht der Autor des Judasbriefes, der sich selbst „Bruder von Jakobus“ nennt. Nach 1. Kor 9,5 scheint er verheiratet gewesen zu sein. Außerbiblische Quellen berichten, dass zwei seiner Enkel während der Christenverfolgung als Glieder des judäischen Königgeschlechtes von Kaiser Domitian (81-96 n. Chr.) verhört, aber als harmlos wieder freigelassen wurden.
  5. Ein Mann in Damaskus. Bei ihm hielt sich Saulus von Tarsus auf, nachdem ihm der Herr erschienen war (Apg 9,11).
  6. Ursprünglicher Name von Narsabbas, einem führenden Mann und Propheten, der zusammen mit Silas von den Ältesten gewählt wurde, um Paulus und Barnabas nach Antiochia zu begleiten, um dort die Entscheidung der Apostel über die Frage der Beschneidung mitzuteilen (Apg 15,22.27.32).
 
JuliaEine Christin in Rom, die Paulus am Ende des Römerbriefes grüßt. Wahrscheinlich war sie die Frau des Philologus (Röm 16,15).
 
JuliusEin römischer Hauptmann, der Paulus als Gefangenen nach Rom begleitete (Apg 27,1). Er zeigte sich dem Apostel freundlich gesinnt, so dass dieser seine Freunde in Sidon besuchen durfte (Apg 27,3). Beim Schiffbruch verhinderte er, dass Paulus und die anderen Gefangenen getötet wurden (Apg 27,42.43).
 
JuniasEin Judenchrist in Rom und Mitgefangener des Paulus. Er war bereits Christ, bevor Paulus sich bekehrte (Röm 16,7).
 
Juschab-HesedEin Sohn Serubbabels (1. Chr 3,20). Mit kleiner Umstellung ist in dem Namen die Bedeutung zu lesen: „Die Gnade möge zurückkehren“.
 
Justuskommt aus dem Lateinischen und bedeutet „der Gerechte“. Der Name taucht im Neuen Testament nur als Beiname auf. In Apg 1,23 bezeichnet er Josef Barsabbas (Apg 1,23) und in Apg 18,7 einen Christen in Korinth, der vollständig Titius Justus heißt und dessen Haus neben der Synagoge lag (Apg 18,7). In der Grußliste des Kolosserbriefes wird ein Jesus mit dem Beinamen Justus erwähnt, ein „Mitarbeiter am Reich Gottes“ (Kol 4,11).
 
KadmiëlEin Levit, der mit Serubbabel aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrte und mit dem Beginn des Tempelneubaus, dem Tag der nationalen Buße und der Besiegelung des Bundes befasst war (Esr 2,40; 3,9; Neh 7,43; 9,4f; 10,10; 12,8.24). Kadmiël heißt übersetzt „Vor Gott stehend“ oder „Gott ist entgegengetreten“ oder „Gott ist der erste“.
 
Kainwar als ältester Sohn von Adam und Eva der erste Mensch, den Gott nicht direkt erschaffen hat, sondern der geboren wurde. Möglicherweise kann sein Name nach 1. Mo 4,1 mit qanah = erwerben, gewinnen in Verbindung gebracht werden: Bei seiner Geburt sagte Eva: „Ich habe einen Mann gewonnen mit Hilfe des Herrn.“ Während sein jüngerer Bruder Abel Schäfer wird, arbeitet Kain als Ackerbauer und begeht den ersten Mord, von dem die Bibel berichtet: Als der Herr Kains Opfer von Feldfrüchten nicht annahm, wohl aber Abels Opfer von den Erstlingen seiner Schafe und ihrem Fett, wird Kain sehr zornig. Der Herr warnt ihn, aber das kann ihn nicht davon abhalten, seinen Bruder umzubringen. Als Gott ihn zur Verantwortung zieht, antwortet er mit der sprichwörtlich gewordenen Gegenfrage: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ (1. Mo 4,9). Kain verfällt dem Fluch Gottes. Der Acker wird ihm den vollen Ertrag versagen, und er muss ein ruheloser Flüchtling auf der Erde sein. Doch schützt ihn der Herr mit einem Zeichen, damit niemand, der ihm begegnet, ihn umbringe. Kain zieht in das Land Nod, östlich vom Garten Eden. Seine Frau, die offenbar seine eigene Schwester ist, schenkt ihm einen Sohn Henoch. Nach ihm benennt er die Stadt, die er gründet (1. Mo 4, 2-17). Zur Frage, warum Kains Opfer abgelehnt wurde, wird öfter auf Hebr 9,22 hingewiesen: „Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung.“ Aber konnte Kain davon wissen? Sollte sich nicht vielmehr in der Annahme bzw. Verwerfung des Opfers Gottes freie Gnadenwahl zeigen, die Kain zum Anstoß wird? Das Neue Testament erwähnt Kain und Abel noch an mehreren Stellen als Vorbilder für gerechtes und ungerechtes Handeln (Mt 23,35; 1. Joh 3,12; Hebr 11,4; Jud 11).
 
Kaiphasist der Beiname von einem Mann namens Josef, der 18 n. Chr. durch den römischen Prokurator Valerius Gratus, den unmittelbaren Vorgänger des Pilatus, als Hoherpriester eingesetzt wurde. Als Schwiegersohn des Hohenpriesters Hannas scheint er eng mit diesem zusammengearbeitet zu haben (Joh 18,13). Er wird zur Zeit des Auftretens Johannes\' des Täufers erwähnt (Lk 3,1f) und stellte später den Antrag, Jesus zu töten (Joh 11,47-53; 18,14). In seinem Palast versammelte sich der Hohe Rat zum Prozess Jesu (Mt 26,57; Joh 18,24), den Kaiphas auch selbst leitete. Nach dem Scheitern des Zeugenbeweises veranlasste er Jesus durch seine direkte Frage zu der Aussage, dass er der Christus sei, der „Sohn des Hochgelobten“, aufgrund derer Jesus schließlich als Gotteslästerer verurteilt wurde (Mk 14,59-64). In Apg 4,6 wird Kaiphas noch einmal bei der Verhandlung gegen die Apostel Petrus und Johannes erwähnt. 36 n. Chr. wurde er durch den römischen Statthalter von Syrien, Vitellius, abgesetzt. Der Tradition gemäß findet man den Ort seines Hauses in der Oberstadt von Jerusalem.
 
Kaleb
bedeutet „der Bissige, Abwehrende“ oder „Hund“.
  1. Ein Judäer, dessen Vater Hezron und Bruder Jerachmeel hieß (1. Chr 2,18-20.42-50). Zusammen mit seiner zweiten Frau Efrata, die er nach dem Tode von Asuba heiratete, hatte er einen Sohn Hur, den Gefährten Aarons. Sein Urenkel Bezalel war der Verfertiger der Stiftshütte (2. Mo 31,2). Manchmal wird vermutet, dass es sich bei dem Sohn von Hezron und dem Bruder Jerachmeels um zwei verschiedene Männer namens Kaleb handelt.
  2. Kaleb, der Sohn des Jefunne, gehörte zu den 12 vornehmen Israeliten, die Mose aus der Wüste Paran nach Kanaan sandte, um Land und Leute auszukundschaften. Kaleb war hierbei der Vertreter des Stammes Juda (4. Mo 13,6). Als nach ihrer Rückkehr zehn der Kundschafter das Volk durch ihren Bericht verängstigten, versuchte Kaleb, später zusammen mit Josua, den Israeliten Mut zuzusprechen (4. Mo 13,30). Das kostete ihn und Josua fast das Leben (4. Mo 14,6.10). Kaleb empfing zum Lohn die Verheißung, dass er nach Kanaan kommen werde (4. 14,24.30; 32,12; 5. Mo 1,36). Die Verheißung erfüllte sich: Kaleb und Josua blieben verschont, als eine Krankheit die übrigen zehn Kundschafter hinwegraffte (4. Mo 14,38), und waren bei der zweiten Volkszählung gegen Ende der Wüstenwanderung noch am Leben (4. Mo 26,65). Kaleb wurde für die Zuweisung der Stammesgebiete in Kanaan zum Vertreter Judas bestimmt (4. Mo 34,19). Er war 85 Jahre alt, als die Verteilung des Landes stattfand. Als seinen Anteil erbat er sich Hebron, und Josua gewährte ihm diese Bitte (Jos 14,6-15; 1. Chr 6,41), woraufhin Kaleb die Anakiter aus Hebron vertrieb (Jos 15,13.14; Ri 1,20). Bei dieser Gelegenheit versprach er demjenigen seine Tochter Achsa zur Frau, der Debir, das spätere Kirjat-Sefer, erobern würde. Sein Bruder Otniël nahm den Ort ein und heiratete Achsa, die sich von ihrem Vater noch ein Stück Land mit Quellen erbat (Jos 15,16-19; Ri 1,12-15). Auch in 1. Sam 30,14 ist vom Südland Kalebs die Rede. Ein Nachkomme Kalebs, der im Süden Judas seine Herden weidete, war Nabal (1. Sam 25,3). Es fällt auf, dass Kaleb in 4. Mo 32,12; Jos 14,6.14 „der Kenasiter“ und sein jüngerer Bruder Otniël „Sohn des Kenas“ genannt wird (Jos 15,17; Ri 1,13; 3,9; 1. Chr 4,13). Man hat vermutet, dass Kaleb durch seinen Vater Jefunne ein Nachkomme von Kenas war und dieser, von dem wir weiter nichts wissen, seinerseits von Juda und Tamar abstammte. Eine andere Vermutung besteht darin, dass der Kenasiter Jefunne in die Familie Kalebs, des Sohnes Hezrons, einheiratete und seinem Erstgeborenen wieder den Namen Kaleb gab. Otniël und Seraja, die in 1. Chr 4,13.15 von Kaleb getrennt erscheinen, waren dann vielleicht Söhne Jefunnes von einer zweiten Frau. Eine weitere Verbindung zwischen den beiden Kalebs liegt in der Angabe in 1. Chr 2,49; daraus könnte hervorgehen, dass auch Kaleb, der Sohn Hezrons, eine Tochter Achsa hatte oder aber dass Achsa, die Tochter Kalebs, des Sohnes des Jefunne, zur Nachkommenschaft Kalebs, des Sohnes Hezrons, gehörte. Die für uns nicht in allen Einzelheiten deutlichen Überlieferungen lassen verschiedene Möglichkeiten zu, ihre Aussagen miteinander zu vereinigen, erlauben jedoch keine zwingenden Schlüsse.
 
KalkolEin Sohn von Mahol zur Zeit König Salomos, der mit zu den weisen Männern des Landes gehörte (1. Kö 5,11). Er ist wahrscheinlich identisch mit dem Kalkol, der in 1. Chr 2,6 erwähnt wird. Dann wäre er ein Nachkomme Serachs aus dem Stamm Juda.
 
Kallaiwar der Oberste eines Priestergeschlechts zur Zeit des Hohenpriesters Jojakim (Neh 12,20).
 
Kanaanwar ein Sohn von Ham und ein Enkel Noahs (1. Mo 9,18.22; 10,6). Als Ham seinen Vater betrunken und nackt in seinem Zelt liegen sah, sagte er seinen Brüdern Bescheid, die ihm ein Kleid umlegten. Daraufhin spricht Noah einen Fluch über Kanaan aus, dass er seinen Brüdern dienen solle (1. Mo 9,24.25). Als Söhne Kanaans, d.h. Völker, die von ihm abstammen, werden in 1. Mo 10,15-18 genannt: Sidon, Het, der Jebusiter, der Amoriter, der Girgaschiter, der Hiwiter, der Arkiter, der Siniter, der Arwaditer, der Zemariter und der Hamatiter. 1. Mose 10,18 spricht von der Ausbreitung der verschiedenen Geschlechter, d.h. Gruppen oder Stämme der Kanaaniter. 1. Mo 10,19 beschreibt die Grenze ihres Gebietes von Sidon in Richtung auf Gerar bis Gaza, von dort nach Sodom, Gomorra, Adma und Zebojim bis nach Lescha.
 
KananäusDer Name ist von dem aramäischen qanana, „Eiferer“, abgeleitet und ist der Beiname des Jüngers Simon (Mt 10,4; Mk 3,18), der in Lk 6,15; Apg 1,13 Zelot genannt wird, zu deren Partei er demnach gehörte.
 
Kandakewar wohl kein persönlicher Name, sondern der Titel äthiopischer Königinnen, vergleichbar mit dem ägyptischen Titel Pharao (Apg 8,27). In Äthiopien wurden Pyramidengräber regierender Kandaken aus der Zeit von etwa 300 v. Chr. bis 300 n. Chr. gefunden.
 
KareachDer Vater von Johanan und Jonatan, zwei Hauptleuten des judäischen Heeres nach der Eroberung Jerusalems (2. Kö 25,23; Jer 40,8). Kareach bedeutet „Kahlkopf“.
 
KarkasEin Kämmerer des Perserkönigs Ahasveros, den der König zusammen mit anderen holen lässt, damit sie seine Frau Waschti und deren Schönheit vorführen. Waschti weigert sich allerdings und wird daraufhin verstoßen (Est 1,10). Karkas kommt aus dem Persischen und bedeutet „Geier“.
 
Karmi
Der Name lässt an das hebräische Wort für „Weinberg“ denken.
  1. Rubens vierter Sohn und damit ein Enkel Jakobs (1. Mo 46,9). Von ihm stammen die Karmiter ab (4. Mo 26,6).
  2. Der Sohn Sabdis aus dem Stamm Juda und der Vater von Achan (Jos 7,1; 1. Chr 2,7; 4,1).
 
KarpusEin Christ aus Troas. Paulus hatte bei ihm seinen Mantel zurückgelassen und bittet nun Timotheus, ihn zusammen mit Büchern und Pergamenten mitzubringen (2. Tim 4,13). Der Name bedeutet „Frucht“.
 
KarschenaEiner der sieben Fürsten von Persien und Medien, die der Perserkönig Ahasveros befragte, wie er auf die Weigerung seiner Frau Waschti reagieren sollte, ihre Schönheit dem Volk zu präsentieren. Einer der Fürsten riet ihm, seiner Frau die königlichen Rechte zu nehmen, und Ahasveros befolgte diesen Rat (Est 1,14).
 
Katanwar der Vater Johanans aus der Nachkommenschaft Asgads, der im Verzeichnis derer erwähnt wird, die mit Esra aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrten (Esr 8,12). Katan bedeutet „der Kleine“ oder „der Jüngere“.
 
Kedarwar ein Sohn Ismaels, dessen Nachkommen den Volksstamm Kedar bilden (1. Mo 25,13, Ps 120,5). Sie werden in Jes 60,7 neben Ismaels ältestem Sohn Nebajot genannt und waren Nomaden in der syrisch-arabischen Wüste, die mit Pfeil und Bogen kämpften. Der Prophet Jesaja weissagt, dass alle Herrlichkeit Kedars untergehen und der Rest seiner Bogenschützen klein werden soll (Jes 21,16.17). Der Name Kedar wird von dem hebräischen Wort für „sich verfinstern“ oder einfach „schwarz“ abgeleitet.
 
Kedmawar ebenfalls ein Sohn Ismaels, dessen Nachkommen einen arabischen Stamm bildeten (1. Mo 25,15; 1. Chr 1,31). Der Name heißt übersetzt „Osten“.
 
Kedor-LaomerEin König von Elam, der mit drei Königen kleinerer babylonischer Reiche zusammen in Palästina einfiel und von Abraham geschlagen wurde. Er hatte vorher 12 Jahre lang die Oberherrschaft über die Könige im Süden des Toten Meeres ausgeübt und wollte diese Oberhoheit nach deren Abfall neu aufrichten (1. Mo 14,1-16). Die Bedeutung seines Namens könnte „Diener der (elamitischen Gottheit) Lagamar“ sein.
 
KehatZweiter Sohn Levis (1. Mo 46,11; 2. Mo 6,16); er wurde 133 Jahre alt. Als seine Söhne werden in 2. Mo 6,18 Amram, Jizhar, Hebron und Usiël genannt (vgl. 4. Mo 3,27). Mose und Aaron stammten von ihm ab (2. Mo 6,20) und über Jizhar auch Korach (V. 21; 4. Mo 16,1).
 
Kelajasiehe Kelita
 
KelalEin Israelit aus der Familie des Pahat-Moab, der sich wie viele andere nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft von seiner nichtjüdischen Frau trennte, weil Esra und das Volk erkannt hatten, dass sie damit gegen Gottes Willen gehandelt hatten (Esr 10,30). Kelal könnte „Vollkommenheit“ bedeuten.
 
KelitaEin Levit, der auch Kelaja („leicht“)genannt wurde und der seine heidnische Frau entließ, die er in der Gefangenschaft geheiratet hatte (Esr 10,23). Er half Esra bei der Auslegung des Gesetzes (Neh 8,7) und unterzeichnete mit Nehemia den Bund (Neh 10,11). Der Name heißt übersetzt „auf-, angenommen“ oder kommt von dem arabischen Wort für „Knirps“.
 
KelubDer Vater von Esri, dem Aufseher über die Feldarbeiter Davids (1. Chr 27,26; vgl. 1. Chr 4,11). Der Name könnte mit der Bedeutung „Korb, (Vogel-)Käfig“ zusammenhängen.
 
KeluhiEin Israelit aus der Familie des Bani, der sich zur Zeit Esras von seiner heidnischen Frau trennte, die er in der Gefangenschaft geheiratet hatte (Esr 10,35).
 
KemoschDer Gott der Moabiter (4. Mo 21,29; Jer 48,46), der auch von König Mescha in seiner Inschrift genannt wird. Mescha versuchte die Hilfe des Götzen im Kampf gegen Israel durch das Opfer seines eigenen Sohnes zu gewinnen (2. Kö 3,27). Salomo baute ein Höhenheiligtum für Kemosch, das Josia später zerstörte (1. Kö 11,7.33; 2. Kö 23,13). Nach assyrischen Keilinschriften wurden auch Eigennamen mit dem Gottesnamen Kemosch gebildet. Sanherib erwähnt auf seinem sechsseitigen Tonprisma Kam-mu-su-na-ad-bi als König von Moab. Auffällig ist, dass Jeftah in Ri 11,24 Kemosch den Gott der Ammoniter nennt; diese haben demnach zu dieser Zeit den Nationalgott Moabs ebenfalls verehrt.
 
Kemuël
  1. Der Sohn von Nahor und der Stammvater der Aramäer (1. Mo 22,20f).
  2. Der Sohn von Schiftan und der Fürst des Stammes Ephraim, der mitverantwortlich war für die Verteilung des Landes Kanaan (4. Mo 34,24).
  3. Der Vater von Haschabja, dem Fürsten der Leviten unter David (1. Chr 27,17).
 
KenaanaDer Name könnte im Zusammenhang mit dem Namen Kanaan stehen und bezeichnet einen Mann aus dem Stamm Benjamin, den Sohn Bilhans (1. Chr 7,10). Außerdem war Kenaana der Vater des falschen Propheten Zedekia zur Zeit von König Ahab (1. Kö 22,11; 2. Chr 18,10).
 
Kenan
  1. Sohn des Enosch und Vater Mahalalels, ein Nachkomme Sets. Er lebte 910 Jahre (1. Mo 5,9.12-14; 1. Chr 1,2; Lk 3,37).
  2. Sohn Arpachschads und Vater Schelachs (Lk 3,35.36). Der hebräische Text hat diesen Namen weder in 1. Mo 10,24 noch in 11,12; der griechische Text fügt ihn aber an beiden Stellen ein.
 
Kenaniist die Kurzform von Kenanja und bezeichnet einen Leviten zur Zeit Nehemias (Neh 9,4).
 
Kenanjawar ein Jizharit und der Oberste über die Leviten und Singmeister zur Zeit Davids. Er wirkte bei der Überführung der Bundeslade aus dem Haus des Obed-Edom nach Jerusalem mit. Später war er mit seinen Söhnen als Amtmann und Richter im Verwaltungsdienst außerhalb Jerusalems tätig (1. Chr 15,22.27; 26,29). Kenanja bedeutet „Der Herr hat festgemacht, gestärkt“.
 
Kenas
  1. Der Sohn von Elifas und ein Enkel Esaus (1. Mo 36,11). Er war ein Fürst unter den Edomitern (1. Mo 36,15.42).
  2. In Jos 15,17; Ri 1,13; 3,9.11; 1. Chr 4,13 wird ein Kenas als Vater oder Vorfahre Otniëls genannt, dessen Bruder Kaleb, der Sohn Jefunnes, als Kenisiter bezeichnet wird. Näheres dazu unter Kaleb.
  3. Der Sohn Elas und ein Enkel Kalebs, des Sohnes Jefunnes (1. Chr 4,15).

 
Kephassiehe Petrus
 
KeranEin Horiter und der Sohn Dischons von dem Gebirge Seïr, der im Geschlechtsregister Esaus erwähnt wird (1. Mo 36,26; 1. Chr 1,41).
 
Keren-Happuchwar Hiobs jüngste Tochter, die geboren wurde, nachdem Gott das Unglück von ihm abwandte und ihm großen Segen zukommen ließ (Hiob 42,14). Der Name bedeutet „Schminkhorn (für schwarze Schminke)“.
 
KerosDer Stammvater einer Familie der Tempelsklaven, die mit Serubbabel aus der Verbannung zurückkehrte (Esr 2,44; Neh 7,47).
 
KesedDer Sohn des Nahor und ein Neffe Abrahams, nach dem die Chaldäer (Chasdim) benannt wurden (1. Mo 22,22).
 
Keturawar Abrahams zweite Frau, die er nach Saras Tode heiratete (1. Mo 25,1-6). Ihre Söhne und Enkel werden in 1. Chr 1,32.33; aufgezählt und waren die Vorfahren einer Anzahl nordarabischer Völker. Ihr Name heißt übersetzt „In Räucherduft Gehüllte“.
 
KewanEin Sterngott, der von den Israeliten während ihrer Wüstenwanderung verehrt wurde und in Am 5,26 zusammen mit dem Gott Sakkut genannt wird. Diese Gottheiten waren eine Bezeichnung für den Saturn. In Apg 7,43 wird dieser Gott Räfan genannt, da in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments statt Kewan Raifan steht.
 
Keziawar Hiobs zweite Tochter, die nach seiner Wiederherstellung geboren wurde (Hiob 42,14). Kezia bedeutet „Zimtblüten“ oder „Zimtduft“.
 
KilabEiner von Davids Söhnen, die in Hebron geboren wurden, bevor David König von ganz Israel wurde (2. Sam 3,3). In 1. Chr 3,1 heißt Kilab Daniel. Seine Mutter war Abigajil, die Witwe Nabals.
 
Kiljonwar der jüngere Sohn von Elimelech und Noomi. Er, sein Bruder und sein Vater starben früh und ließen ihre Frauen als Witwen zurück. Seine Frau hieß Orpa und war diejenige der beiden Schwiegertöchter von Noomi, die nicht mit ihr zurück nach Bethlehem ging (Rut 1,2.5).
 
Kimhamwird zwar nicht ausdrücklich als der Sohn des Gileaditers Barsillai bezeichnet, war es nach 1 Kön 2,7 aber vermutlich doch. Barsillai hatte David freundlich und freigiebig in Mahanajim unterstützt, als David vor Absalom fliehen musste. Nun will David sich dafür dankbar erweisen und bietet ihm an, ihn im Palast zu versorgen. Doch der 80-jährige Barsillai lehnt dies mit dem Hinweis auf sein hohes Alter ab, bittet aber den König statt dessen Kimham mitzunehmen, und David stimmt dem zu. Kimham begleitet ihn und lebt von jetzt an am Hof (2. Sam 19,38ff).
 
Kisch
  1. Fest steht, dass Kisch Sauls Vater aus dem Stamm Benjamin war, über die anderen Familienverhältnisse bestehen einige Unklarheiten: In 1. Sam 9,1 ist Kisch der Sohn von Abiël, dem Sohn Zerors, des Sohnes Bechorats, des Sohnes Afiachs. In 1. Chr 9,35f; heißt der Vater von Kisch Jeiël. In 1. Sam 14,50.51 steht, dass Abner der Sohn von Ner, dem Onkel Sauls, war. Kisch war nach dieser Stelle Sauls Vater und Ner, der Sohn Abiëls, Abners Vater. Kisch und Ner waren demnach also Brüder, Söhne von Ner, dem Sohn Jeiëls (bzw. Abiëls). Dies erscheint als die einfachste Lösung der Schwierigkeiten, die die Angaben in 1. Sam und 1. Chr bieten, vgl. 1. Chr 9,35.36.39.
  2. Der dritte Sohn von Jeiël und Maacha. Er war der Onkel des Vaters von Saul, der ebenfalls Kisch hieß (1. Chr 8,30; 9,36).
  3. Der zweite Sohn des Leviten Machli. Seine Söhne heirateten die Töchter seines Bruders Eleasar, der keine Söhne hatte (1. Chr 23,21f; 24,29).
  4. Der Sohn Abdis. Er war ein Levit zur Zeit Hiskias. Gleich zu Beginnseiner Regierung ruft der König Hiskia die Leviten zusammen und ordnete die Reinigung des Tempels an. Kisch ist unter diesen Leviten und hilft mit, alte Geräte wieder aufzustellen, bestehende zu säubern und den Tempel zu weihen. Mit einem großen Opferfest wird diese Reinigung anschließend gefeiert (2. Chr 29,12).
  5. Ein Vorfahre aus dem Stamm Benjamin von Mordechai, dem Adoptivvater von Ester, die später zur Königin gewählt wird und eine Judenverfolgung verhindert (Est 2,5).
 
KislonDer Vater von Elidad aus dem Stamm Benjamin. Elidad half bei der Aufteilung des Landes Kanaan (4. Mo 34,21).
 
KlaudiaEine römische Christin, die Timotheus durch Paulus Grüße übermitteln lässt (2. Tim 4,21).
 
Klaudiuswar der Sohn von Drusus und ein Neffe von Tiberius. Als Nachfolger von Caligula regierte er als vierter römischer Kaiser in den Jahren 41-54 n. Chr. Allerdings war er keine starke und entschlossene Persönlichkeit. Bei seinem Regierungsantritt vermittelt Herodes Agrippa I., der sich gerade in Rom aufhält, zwischen Klaudius, den die Truppen zum Kaiser ausgerufen haben, und dem Senat. Für diesen Dienst erhält er von Klaudius Judäa und Samarien zu seinem bisherigen Gebiet hinzu und vereinigt damit das Reich Herodes\' des Großen wieder in einer Hand. Seinen Sohn Herodes Agrippa II. lässt Klaudius später jedoch nicht die Nachfolge antreten, sondern macht ihn zunächst nur zum König von Chalkis und gibt ihm das Aufsichtsrecht über den Tempel in Jerusalem. Judäa wird wieder zur römischen Provinz. Zu Anfang seiner Regierung hatte Klaudius auch die alexandrinischen Juden wieder in ihre früheren Vorrechte eingesetzt. Später aber, um 49, verbannte er alle Juden aus Rom. Aus diesem Anlass (Apg 18,2) und mit Bezug auf eine Hungersnot unter seiner Herrschaft (Apg 11,28) wird er im Neuen Testament genannt. Klaudius wurde vergiftet, und sein Stiefsohn Nero folgte ihm auf dem Thron.
 
Klaudius Lysiaswar ein Oberst, ein sogenannter Chiliarch, Befehlshaber über 1000 Mann, oder nach römischer Rangbezeichnung Tribunus militum. Er befehligte die römische Garnison in Jerusalem, die in der Burg Antonia am Tempelplatz lag (Apg 21,31). Klaudius Lysias war ein Grieche, der das römische Bürgerrecht durch Kauf erworben hatte (Apg 22,28). Er nimmt Paulus, den die jüdische Volksmenge zu töten droht, gefangen und erlaubt ihm, zum Volk zu reden, als er hört, dass er kein Aufrührer ist. Im folgenden Verhör erfährt er vom römischen Bürgerrecht des Paulus (Apg 21,31-22,29). Auch die Sitzung des Hohen Rats, den Klaudius Lysias für den nächsten Tag einberuft, bringt für ihn keine Klarheit über die jüdischen Anklagen gegen den Gefangenen. Daraufhin sendet er Paulus wegen eines geplanten Anschlags der Juden unter militärischer Bedeckung mit einem Begleitschreiben an den Statthalter Felix nach Cäsarea (Apg 22,30-23,35).
 
KlemensEin Mitarbeiter von Paulus in Philippi, der nur in Phil 4,3 erwähnt wird. Sein Name bedeutet „geduldig“.
 
Kleopaswar einer der beiden Jünger, die sich auf ihrem Weg nach Emmaus mit Jesus unterhalten, ohne zu ahnen, wer sie da begleitet. Jesus gesellt sich nach seiner Auferstehung zu ihnen, und sie erzählen ihm von den Turbulenzen der letzten Tage in Jerusalem, überrascht, dass Jesus offensichtlich keine Ahnung davon hat. Mit dem was sie sagen, machen die beiden Jünger ihr begrenztes Verständnis von Jesus deutlich. Sie erkennen ihn als Propheten an, hatten aber vor allem erwartet, dass er Israel erlösen würde. Daraufhin genießen sie das Vorrecht, eine Predigt direkt von Jesus zu hören zu bekommen, der bei Mose anfängt und die komplette Schrift auslegt. Davon sind sie offensichtlich sehr beeindruckt, denn sie laden ihn in Emmaus herzlich ein, bei ihnen zu übernachten, haben aber noch immer keine Ahnung, wer er ist. Erst als er abends in seiner typischen Weise das Brot bricht, erkennen sie ihn, doch da verschwindet er schon wieder. Noch in der gleichen Nacht kehren die beiden eilig nach Jerusalem zurück und berichten den elf Jüngern von dem, was sie da gerade erlebt hatten. Der Name Kleopas heißt übersetzt „berühmt“.
 
KlopasDer Mann einer Maria (Joh 19,25), der Mutter von Jakobus und Josef (Mt 27,56; Mk 15,40). Wahrscheinlich ist Klopas eine griechische Form des aramäischen Namens Chalpaj, der auch als Alphäus wiedergegeben werden kann. Klopas wäre dann vielleicht identisch mit Alphäus, dem Vater des Apostels Jakobus. Wahrscheinlicher ist aber, dass beide Namen Wiedergaben verschiedener semitischer Namen darstellen.
 
Kolaja
  1. Der Vater des falschen Propheten Ahab zur Zeit Jeremias (Jer 29,21).
  2. Ein Mann aus dem Stamm Benjamin und ein Vorfahre von Sallus (Neh 11,7).
 
Kolhose
Der Name bedeutet „Allesseher“ und bezeichnet zwei Männer im alttestamentlichen Buch Nehemia.
  1. Ein Vorfahre des nach der babylonischen Gefangenschaft in Jerusalem wohnenden Maaseja (Neh 11,5).
  2. Der Vater von Schallun, dem Vorsteher des Bezirkes von Mizpa zur Zeit Nehemias (Neh 3,15).
 
Konanjabedeutet „Der Herr hat festgemacht, gestärkt“. Ein Levit, der unter Hiskia für Abgaben, Zehnten und das Geweihte verantwortlich war (2. Chr 31,12.13), trägt diesen Namen ebenso wie ein Vorsteher der Leviten zur Zeit Josias (2. Chr 35,9).
 
Konjaist der Name, mit dem der König Jojachin von Juda an manchen Stellen bezeichnet wird.
 
Korach
  1. Esaus dritter Sohn, den er zusammen mit seiner Frau Oholibama bekommt. Seine Nachkommen bildeten später einen edomitischen Stamm (1. Mo 36,5-8.14.18; 1. Chr 1,35). In 1. Mo 36,16 kommt der Name unter den Nachfahren des Elifas noch einmal vor, könnte hier aber auf einem Schreibfehler beruhen, da er sowohl in 1. Mo 36,11.12 wie in 1. Chr 1,36 nicht mit aufgezählt wird.
  2. Der Sohn Jizhars, ein Levit aus dem Geschlecht Kehats, der sich während der Wüstenwanderung gegen Mose und Aaron auflehnte (2. Mo 6,21; 4. Mo 16,1f). In 1. Chr 6,7 wird Korach als Sohn des Amminadab bezeichnet. Eine Erklärung dafür wurde noch nicht gefunden, wenn man nicht Jizhar und Amminadab gleichsetzen will. Mit Datan, dessen Bruder Abiram und einem anderen Mann aus dem Stamm Ruben namens On rebelliert er während der Wüstenwanderung gegen Mose und Aaron. 4. Mo 16 berichtet über Unzufriedenheit aus folgenden Gründen: Mose und Aaron hätten sich über den Rest von Israel erhoben; zweitens hätte Mose darin versagt, Israel in das verheißene Land zu führen, und drittens hätten er und Aaron sich das Priesteramt angemaßt. Korach fordert auch für sich das Priestertum, und viele Leviten unterstützen ihn darin. Mose setzt fest, dass Korach und seine Anhänger mit Räucherpfannen, Feuer und Weihrauch vor dem Herrn erscheinen sollen, und wen dieser dann erwähle, solle heilig sein. Zugleich tadelt er ihre Auflehnung gegen den Herrn und ihr Streben nach der Stellung von Priestern (4. Mo 16,5-11). Als Korach und seine Parteigänger, 250 Männer insgesamt, zum Eingang des heiligen Zeltes kommen, erscheint die Herrlichkeit des Herrn vor dem versammelten Volk, und nur Mose und Aaron können verhindern, dass Gott die Israeliten austilgt. Sie erhalten den Befehl, sich von den Wohnungen von Korach, Datan und Abiram fernzuhalten, worauf die Empörer mit allem, was zu ihnen gehört, von der Erde verschlungen werden, während die 250 Männer, die Räucheropfer dargebracht hatten, durch Feuer vom Herrn umkommen (1. Mo 16,5-35). Nach 4. Mo 26,11 bleiben die Söhne Korachs allerdings verschont. Die Korachiten bildeten später ein Geschlecht der Tempelsänger, zu dem auch Heman, der Enkel Samuels, gehört (1. Chr 6,18). Sie werden in den Überschriften von den Psalmen 42 - mit dem Ps 43 offensichtlich verbunden ist - 44-49; 84; 85; 87 und 88 genannt. In 1. Chr 9,19; 26,19 versehen Korachiten den Dienst von Schwellen- und Torhütern am Tempel; einem von ihnen waren die Pfannen anvertraut (1. Chr 9,31).
  3. Der erstgenannte Sohn des Judäers Hebron (1. Chr 2,43).
  4. Auch im Stamm Benjamin gab es ein Geschlecht der Korachiter (1. Chr 12,7).
 
KoreZwei Leviten haben diesen Namen in den Büchern der Chronik: Ein korachitischer Levit (1. Chr 9,19; 26,1) und ein Levit zur Zeit Hiskias (2. Chr 31,14). Übersetzt heißt er „Rebhuhn“.
 
KorneliusDer erste namentlich bekannte römische Heide, der Christ wurde (Apg 10,1-11,18). Kornelius war römischer Hauptmann, ein sogenannter Centurio, ein Offizier der italischen Abteilung. Kornelius genoß in Cäsarea, dem Sitz der römischen Verwaltung von Judäa, offenbar hohes Ansehen auch unter der jüdischen Bevölkerung. Lukas beschreibt ihn als „fromm und gottesfürchtig“ und bezeichnet ihn damit als einen Heiden, der von den Juden akzeptiert wurde, da er sich an jüdische Gepflogenheiten hielt, zu denen zum Beispiel die Verehrung nur eines Gottes, in Grenzen auch Synagogenbesuch und Einhaltung der Sabbat- und Speisegebote gehörte. Allerdings war er noch nicht beschnitten und damit nicht ganz zum Judentum übergetreten, so dass es keine volle Gemeinschaft zwischen Kornelius und den Juden Cäsareas geben konnte. Die religiöse Skepsis, die in Palästina den Gottesfürchtigen trotz allem entgegengebracht wurde, schlägt sich auch in der Reaktion der judenchristlichen Gemeinde in Jerusalem auf den Bericht des Petrus nach der Bekehrung des Kornelius zum christlichen Glauben nieder. Kornelius hatte in einer Erscheinung die Anweisung bekommen, Petrus rufen zu lassen. Dieser verkündigte ihm das Evangelium, woraufhin der Hauptmann und seine Verwandten und Freunde glaubten und von Petrus als die ersten Christen mit nichtjüdischem Hintergrund getauft wurden. Da Kornelius mit seinem ganzen Haushalt und Freunden Christ wurde, dürften wir es hier mit dem Entstehen der ersten heidenchristlichen Hauskirche zu tun haben. Petrus hat diese Taufe in Jerusalem mit Vollmacht verteidigt, und seitdem wurde das Evangelium auch den Heiden verkündigt.
 
KosamEin Vorfahre Jesu vor der babylonischen Gefangenschaft. Der Arzt Lukas erwähnt ihn in dem Stammbaum, den er am Anfang seines Evangeliums rückwärts von Josef bis Adam aufstellt (Lk 3,28). Kosam bedeutet „Orakelspruch“.
 
KosbiDie Tochter des midianitischen Fürsten Zur, die der Simeonit Simri ins israelitische Lager brachte, als Israel in Schittim lagerte und begann, ausländische Frauen zu nehmen und den Gott der Moabiter, Baal-Peor, anzubeten. Pinhas, ein Enkel Aarons, tötete beide und wandte dadurch Gottes Zorn ab (4. Mo 25,6-8.14.15.18). Kosbi heißt übersetzt „betrügerisch“.
 
Kozwird unter den Nachkommen Judas erwähnt. Sein Vater hieß Hela, seine Söhne Anub und Zobeba (1. Chr 4,8).
 
KreszensEin Mitarbeiter von Paulus, der Rom verließ und nach Galatien zog (2. Tim 4,10). Sein Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „wachsend“.
 
KrispusEin Synagogenvorsteher in Korinth, der mit seinem ganzen Haus gläubig und von Paulus getauft wurde (Apg 18,8; 1. Kor 1,14). Der Name heißt übersetzt „Krauskopf“.
 
Kusch
  1. Der älteste Sohn von Ham (1. Mo 10,6-8; 1. Chr 1,8-10). Er wurde zum Stammvater arabischer Völker. Ein Kusch war der Vorfahre Nimrods, eines gewaltigen Jägers, möglicherweise handelt es sich dabei aber um einen anderen Kusch.
  2. Ein Mann aus dem Stamm Benjamin, dessen Name in der Überschrift zu Psalm 7 auftaucht. Er war ein Gegner Davids und veranlasste ihn, den Psalm zu verfassen (Ps 7,1).
 
KuschajaEin Levit aus der Nachkommenschaft Meraris und der Vater von Etan (1. Chr 6,29; 15,17).
 
Kuschan-Rischatajimwar der König von Mesopotamien, der Israel unterdrückte und von dessen Fremdherrschaft der Richter Otniël Israel befreite (Ri 3,8-20). Bei dem hebräischen Wort für Mesopotamien werden wir nicht an das ganze Gebiet, sondern nur an den Nordwesten zu denken haben, wo Haran lag. Weiter wissen wir nichts über diesen König. Man hat auch an einen Herrscher über das Reich Mitanni oder über Edom gedacht. Der Name ist die Entstellung eines historischen Namens, den wir leider nicht deuten können.
 
Kuschiwar ein Vorfahre von Jehudi, der zur Zeit Jeremias lebte (Jer 36,14). Ein anderer Kuschi war der Vater des Propheten Zefanja (Zef 1,1).
 
KyrusKönig Kyrus der Große (559-530 v. Chr.), der Gründer des Perserreiches, wird mehrfach in der Bibel erwähnt (2. Chr 36,22f; Esr 1,1; 3,7; 4,3; 5,13.14.17; 6,3; Jes 44,28; 45,1; Dan 1,21; 6,29; 10,1). Im Persischen lautet der Name Kurasch, im Hebräischen Koräsch, im Griechischen Kyrus. Der Herr hatte ihn schon in der Weissagung des Jesaja als seinen Hirten angekündigt, der seinen Willen vollführen, Jerusalem wieder aufbauen und den Grund zum neuen Tempel legen werde: ein Gesalbter Gottes, der Israels wegen in einem großen Siegeszug Völker und Könige unterwerfen solle. Nachdem Kyrus 539 v. Chr. Babylon erobert hatte, gab er im nächsten Jahr den verbannten Juden den Auftrag zur Rückkehr nach Jerusalem und zum Neubau des Tempels. Dieser Erlass entspricht ganz seiner auch sonst geübten Politik besiegten Gegnern und unterworfenen Völkern gegenüber. Da er zum Krieg gegen Ägypten rüstete, lag ihm zudem daran, in Palästina eine Bevölkerung zu haben, auf die er sich verlassen konnte. Wie Kyrus in seinem Erlass an die Juden als ganz selbstverständlich von dem hier zuständigen Gott Israels spricht (Esr 1,2.3), ebenso selbstverständlich schreibt er dem babylonischen Gott Marduk seinen Sieg über Babylon zu: „Marduk suchte einen gerechten Fürsten nach seinem Herzen, den er bei der Hand leitete. Kyrus, den König von Ansan, rief er bei Namen und bestimmte ihn zur Herrschaft über die ganze Erde. Er führte ihn nach seiner Stadt Babylon, ein großes Heer, zahllos wie die Wasser des Stromes, zog in Waffen mit ihm. Ohne Kampf und Krieg ließ er ihn in Babylon einrücken und ersparte seiner Stadt die Zerstörung. Den König Nabunaid, der ihn nicht fürchtete, überlieferte er in seine Hände.“
 
Labanwar der Enkel von Abrahams Bruder Nahor, der Sohn von Betuël und Rebekkas Bruder (1. Mo 24,15.47f; 28,5; 29,5). Er war ein Aramäer und wohnte in der Stadt Nahors, also Haran (1. Mo 24,10; 25,20; 27,43; 28,10; 31,24). Als Abrahams Knecht zum Haus der Familie kommt, um eine Frau für Isaak zu suchen, bietet Laban ihm Gastfreundschaft an und hat als Rebekkas Bruder auch über ihre Heirat mitzuentscheiden. Zusammen mit seinem Vater gibt er die Einwilligung, dass sie mit dem Knecht ziehen darf, um Isaak zu heiraten (1. Mo 24,29.50.51). Laban hatte eine Anzahl Söhne und zwei Töchter, Lea und Rahel, seinen Hauptbesitz bildeten Herden (1. Mo 29,9.16; 30,35; 31,1). Er war großzügig in seiner Gastfreundschaft, hatte daneben aber auch einige ungute Wesenszüge: Er diente den Götzen (1. Mo 31,30), obwohl er den Herrn kannte und sah, dass ihn der Herr um Jakobs willen segnete (1. Mo 30,27), und gegenüber Jakob wurden Doppelzüngigkeit und Egoismus sichtbar. Als Jakob vor Esau fliehen musste, nachdem er ihn um den Erstgeburtssegen betrogen hatte, schickte seine Mutter ihn zu Laban, um sich dort eine Frau zu suchen. Laban pflegte einen Heiratsbrauch, der Jakob unbekannt war: Die jüngere Tochter konnte erst dann heiraten, wenn die ältere verheiratet war. Laban nutzte Jakobs Liebe zu Rahel aus, um ihn 14 Jahre bei sich arbeiten zu lassen. Als Jakob nach 20-jährigem Dienst mit Familie und Besitz heimlich fortgezogen war, verfolgte er ihn; doch Gott verbot ihm, mit Jakob anders als freundlich zu reden (1. Mo 31,24). So schlossen sie einen Vertrag, und Laban zog wieder heim (1. Mo 31,44; 32,1). Übersetzt heißt Laban „weiß“.
 
Lachmiwar der Bruder von Goliat aus Gat. Er war der Riese, den Elhanan, der Sohn Jaïrs, in den Philisterkämpfen Davids erschlug (1. Chr 20,5). Lachmi gehört vermutlich zu den Resten der Anakiter, die sich ins Philisterland gerettet hatten (Jos 11,22).
 
LadaEin Judäer aus dem Geschlecht Schelas. Er war der Stammvater der Einwohner Mareschas (1. Chr 4,21). Sein Name heißt übersetzt „mit fleischiger Gurgel“.
 
LadanAuch dieser Name bedeutet „mit fleischiger Gurgel“ und bezeichnet einen Mann aus dem Stamm Ephraim, unter dessen Nachkommen Josua war (1. Chr 7,26). Außerdem heißt ein Levit aus dem Geschlecht Gerschons Ladan (1. Chr 23,7-9; 26,21).
 
LaëlEin Gerschoniter und der Vater von Eljasaf (4. Mo 3,24). Laël bedeutet „Gott zugehörig, sein besonderes Eigentum“.
 
LahadEin Mann aus dem Stamm Juda und der Sohn Jahats (1. Chr 4,2). Der Name heißt übersetzt „langsam, träge“.
 
LajischEin Mann aus Gallim und Vater von Palti oder Paltiël (1. Sam 25,44; 2. Sam 3,15). Lajisch heißt „Löwe“.
 
Lamech
  1. Ein Sohn Metuschaëls, Nachkomme Kains und der Vater von Jabal, Jubal und Tubal-Kain. Bekannt ist sein Lied, in dem er sich seinen Frauen Ada und Zilla gegenüber der Blutrache an seinem Gegner rühmt. Es ist die älteste Dichtung in der Bibel (1. Mo 4,18-24).
  2. Ein Sohn von Metuschelach und Noahs Vater, ein Nachkomme Sets (1. Mo 5,25-31; 1. Chr 1,3; Lk 3,36).
 
LappidotDer Mann der Prophetin und Richterin Debora (Ri 4,4). Vielleicht könnte Lappidot mit „Fackeln“ übersetzt werden.
 
Lazarus
ist die griechische Form des hebräischen Namens Eleasar und bedeutet „Gott hat geholfen“.
  1. Wenn Jesus Gleichnisse erzählte, tauchten gewöhnlich keine Eigennamen auf, sondern generelle Bezeichnungen. Einzige Ausnahme ist das Gleichnis in Lk 16,19-31 vom „Reichen Mann und armen Lazarus“, die in einem scharfen Kontrast dargestellt werden. Lazarus liegt vor der Tür des Reichen, bedeckt mit Geschwüren, und hat nur den Wunsch, sich von den Abfällen von dessen Tafel sättigen zu können. Nach seinem Tod wird er von Engeln in Abrahams Schoß getragen. Der reiche Mann kommt in die Hölle, kann aber Abraham und Lazarus sehen und auch Kontakt mit ihnen aufnehmen. Er bittet darum, dass sein Leiden gemildert wird, aber Abraham lehnt ab mit Hinweis darauf, dass er bereits zu Lebzeiten Gutes erlebt habe und dass die Kluft zwischen Himmel und Hölle nicht überschritten werden könne.
  2. Lazarus von Bethanien war der Bruder von Maria und Marta, die Jesus mehrmals besuchte und zu denen Jesus eine tiefe Zuneigung hatte. In Joh 11,1-45 wird davon berichtet, wie Jesus ihn vom Tod auferweckt. Lazarus erkrankt schwer, und die Schwestern lassen Jesus davon benachrichtigen. Schon als er davon hört, kündigt Jesus an, dass die Krankheit nicht zum Tode führen, sondern den Sohn Gottes verherrlichen werde. Offensichtlich wissen die Jünger noch nicht, dass Lazarus schon gestorben ist, denn als Jesus ihnen sagt, dass er schlafe und er ihn nun aufwecken wolle, kommt es zum ersten Missverständnis. Die Jünger glauben, dass Schlaf wegen seiner heilenden Wirkung für Lazarus das beste sei, und Jesus erklärt ihnen, dass er tatsächlich schon gestorben war. Schon vier Tage hatte er im Grab gelegen, als Jesus nach Bethanien kommt. Marta läuft ihm dort entgegen, und ihr Vertrauen ist bewundernswert. Sie bedauert, dass Jesus nicht verhindert hatte, dass ihr Bruder gestorben war, traut ihm aber auch jetzt noch alles zu. Und daraufhin kommt es zum zweiten Missverständnis: Jesus erklärt ihr, dass Lazarus auferstehen werde, und Marta nimmt an, dass er von der Auferstehung am Jüngsten Tage spricht, was Jesu Ausspruch „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ herausfordert. Dann läuft sie schnell nach Hause, um Maria zu holen, und gemeinsam führen sie Jesus zum Grab. Ein Befehl in das Innere des Grabes bewirkt, dass Lazarus wieder lebendig wird und herauskommt. Lazarus nimmt darauf an dem Festmahl teil, das man Jesus im Haus Simons des Aussätzigen bereitet hatte (Joh 12,1.2; Mt 26,6). Viele Juden kommen durch dieses Wunder zum Glauben, aber es kommt auch zum Unwillen einiger Juden, die daraufhin beschließen, Jesus und auch Lazarus zu töten (Joh 12,9-11).
 
LeaSie war Labans Tochter und Rahels ältere Schwester. Nachdem Jakob sich den Erstgeburtssegen erschlichen hatte und vor Esaus verständlichem Zorn fliehen musste, schickte seine Mutter ihn zu Laban, um sich dort eine Frau zu suchen. Jakob verliebte sich sofort in Rahel, aber als er sieben Jahre für sie gearbeitet hatte, gab Laban ihm heimlich Lea zur Frau mit der Behauptung, er könne nicht zulassen, dass Rahel eher als ihre ältere Schwester heirate. Also heiratete Jakob erst Lea, dann Rahel und arbeitete weitere sieben Jahre für Laban. Aber weil Jakob die hübschere Rahel lieber hatte als Lea, machte Gott die zurückgesetzte Lea als erste fruchtbar, und sie bekam die Söhne Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulon und die Tochter Dina. Jakob begrub Lea in der Höhle Machpela (1. Mo 29,16-35; 30,9-21; 49,31). Ihr Name bedeutet vermutlich „Wildkuh“.
 
LebanaEin Tempelknecht, dessen Nachkommen mit Serubbabel aus der babylonischen Gefangenschaft heimkehrten (Esr 2,45; Neh 7,48). Lebana könnte „Weiße“ oder auch „Vollmond“ bedeuten.
 
Lechawar ein Enkel Judas (1. Chr 4,21), wobei allerdings auch vermutet wird, dass es sich um eine Ort in Juda handelt, der von Lecha gegründet wurde.
 
LemuëlDer König, an den seine Mutter die Lehren von Spr 31,1-9 richtete. In Sprüche 31,1 wird er als „Lemuël, der König von Massa“ genannt, ein ismaelitischer Stamm in Nordarabien (1. Mo 25,14). Der Name heißt übersetzt „Gott zugehörig, sein besonderes Eigentum“.
 
Levi
  1. Der dritte Sohn von Jakob und Lea (1. Mo 29,34). Außer den Ereignissen, die allen Söhnen Jakobs gemeinsam waren, ist uns als einzige Begebenheit aus Levis Leben bekannt, dass er zusammen mit Simeon die Stadt Sichem überfiel und alle Männer tötete zur Rache dafür, dass der Landesherr Sichem ihre Schwester Dina vergewaltigt hatte (1. Mo 34,25). Für diese Tat wurden die Nachkommen der beiden im Segen Jakobs zur Zerteilung und Zerstreuung in Israel verurteilt (1. Mo 49,5-7), ein Fluch, der sich für die Leviten später in Segen verwandelte (2. Mo 32,26-29; 5. Mo 33,8-11). Levi zog mit Jakob nach Ägypten, wo er im Alter von 137 Jahren starb. Er hatte drei Söhne, Gerschon, Kahat und Merari (1. Mo 46,11; 2. Mo 6,16).
  2. Der hebräische Name des Apostels Matthäus (Mk 2,14; Lk 5,27).
  3. Zwei Vorfahren Jesu, die in dem Stammbaum genannt werden, den Lukas am Anfang seines Evangeliums aufzeichnet (Lk 3,24.29).
 
Libni
Diesen Namen mit der Bedeutung „weiß“ tragen zwei biblische Personen:
  1. Der Sohn Gerschons und Bruder Schimis ist der Stammvater des Levitengeschlechts der Libniter (2. Mo 6,17; 4. Mo 3,18.21; 26,58).
  2. Ein Levit, der ein Nachkomme Meraris, Sohn Machlis und der Vater Schimis war (1. Chr 6,14), hieß ebenfalls Libni.
 


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